Demas an Paulus-und meine Antwort

Athen, 12.08.0063

 

Lieber Paulus!

Ich grüße Dich herzlich und wünsche Dir Trost und Beistand in Deiner jetzigen Drangsal. Durch den Tychikus habe ich erfahren von Deiner Gefangenschaft in Rom.

Es tut mir wirklich leid, dass ich Dir von mir selbst nichts erzählen kann, das Dir jetzt Trost und Zuversicht geben könnte, denn nach wie vor haben sich meine neu gewonnenen Ansichten und Erkenntnisse, was den Glauben betrifft, nicht geändert, sondern eher sogar noch. vertieft. Doch ich kann mir vorstellen, dass Du ohnehin eigentlich schon viel Ermunterung und Milderung im Gefängnis erfährst durch die guten Nachrichten von der Verbreitung des Evangeliums in allen Ländern. Deshalb möchte ich es wagen, Dir noch einmal meine Fragen und Zweifel zu erklären, was den Glauben betrifft - vorausgesetzt Du willst Dir überhaupt die Zeit nehmen, mich anzuhören. Ich habe zwar nicht die Hoffnung, Dich von meinem Standpunkt zu überzeugen, aber vielleicht kann mein Brief bei Dir und anderen Brüdern zumindest etwas mehr Verständnis und Weitherzigkeit bewirken.

Durch Deinen zweiten Brief an Timotheus habe ich erfahren, dass Du ihn informiert hast darüber, dass ich mich in Korinth von Dir getrennt habe. Wörtlich schreibst Du in diesem Brief: „Demas hat mich verlassen, da er den jetzigen Zeitlauf liebgewonnen hat“. Deine Beschreibung für meinen Beweggrund ist interessant und sogar durchaus zutreffend. Dennoch scheint sie mir etwas einseitig und ich bedaure, dass Du nur diesen einen Grund erwähnt hast, obwohl ich Dir doch auch viele andere nannte für meinen Entschluss. Ich habe daher den Eindruck, dass Du noch nicht ganz verstanden hast, dass ich Dich nicht etwa aus Schwachheit oder Gleichgültigkeit verlassen habe, sondern aus einer festen Überzeugung heraus, die in den letzten Jahren in mir herangereift ist. Ich möchte Dir deshalb in diesem Brief noch einmal darlegen, wie es zu all dem kam, was für entscheidende Schlüsselerlebnisse ich hatte und welche Überlegungen mir nach und nach kamen in diesen Zeiten der Anfechtung. Zugleich möchte ich eine Abschrift von diesem Brief auch anderen Christen zusenden, um sie einzuladen, sich auch einmal kritisch mit ihrem Glauben auseinanderzusetzen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es viele Brüder gibt, die auch schon ähnliche Zweifel und Anfechtungen gehabt haben wie ich, jedoch nie den Mut hatten, sie einmal konsequent zu Ende zu denken, sondern sie statt dessen verdrängt haben aus Angst sich zu versündigen.

 

Wer ich war und wie ich wurde

Doch bevor ich damit beginne, Dir von meiner geistlichen Verwandlung (griechisch „metamorphoo&ldquo zu erzählen, möchte ich zunächst Dir - und zugleich allen anderen Lesern dieses Briefes - ins Gedächtnis rufen, dass ich wirklich von Anfang an ein echter und aufrichtiger Christ gewesen bin, wenn auch mit vielen Schwächen behaftet - wie alle anderen auch. Denn schon höre ich böse Zungen, die von mir sagen: „Der Demas hat vielleicht nie eine echte Bekehrung und Erneuerung erlebt, es war sicherlich alles nur angelerntes Kopfwissen, aber nie ein totaler Zerbruch vor Gott, der ihn zum Bekenntnis all seiner Sünden und damit zur Befreiung von seinen Gebundenheiten geführt hätte.“ Wenn auch Du vielleicht solches von mir denken solltest, so will ich mich gerne Dir gegenüber rechtfertigen, so wie auch Du es schon oft vor den Korinthern tun musstest, weil sie die Echtheit Deiner Berufung in Frage stellten. Du erinnerst Dich sicher noch daran, wie ich damals vor 14 Jahren zu den wenigen gehörte, die in Athen zum Glauben fanden, nachdem Du auf dem Areopag das Evangelium verkündet hattest. Ich war damals noch sehr jung und lernte In den Schulen der epikureischen und stoischen Philosophen. Nebenbei beteiligte ich mich wie jeder andere am damaligen Götzendienst und lebte ungehindert nach meinen jugendlichen Lüsten. Doch irgendwie spürte ich damals eine Leere in meinem Leben und ich sehnte mich nach einem sinnvolleren und erfülltem Leben.

Ausgerechnet in dieser geistigen Krise hörte ich Dich in Athen predigen von dem neuen, ewigen Leben durch Jesus Christus, und mir wurde sofort klar: das ist der Weg! Diesem Herrn will ich folgen, denn nur Er allein spricht die Wahrheit. Unter Tränen tat ich Buße und bat Gott um Errettung von meiner Sündenschuld. Es dauerte nicht lange, da veränderte sich auch mein Lebenswandel: Ich hatte kein Gefallen mehr an den sündhaften Dingen meines früheren Lebens und warf alles auf den Müll, was mich wieder zur Sünde hätte verleiten können. Statt dessen verbrachte ich jeden Tag im Gebet und im Lesen der Heiligen Schrift. Ich wurde getauft im Namen Jesu Christi und bald darauf wurde ich um meines Glaubens willen verachtet, verspottet und verfolgt. Sogar meine Mutter warf mich aus dem Haus, sobald ich 18 Jahre alt wurde, weil sie meinen Eifer für Gott nicht länger ertragen konnte. Um des Glaubens willen brach ich meinen Schulbesuch ab und lernte ein einfaches Handwerk. All meine ungläubigen Freunde verließen mich, aber ich gewann neue durch den Glauben. Im Laufe der Jahre lernte ich die HI. Schriften immer besser kennen, so dass ich auch selbst begann zu predigen und geistliche Schriften zu verfassen zur Erbauung für die Geschwister. Mein Dienst für Gott führte mich sogar in ferne Länder und durch meine Evangeliumsverkündigung kamen andere Menschen zum Glauben und wurden getauft.

Doch im Laufe der letzten Jahre ließ das Feuer der „ersten Liebe“ immer mehr nach, und ich begann, wieder heimlich und z. T. mir selbst unbewusst mich an den Dingen der Welt zu erfreuen. Ich hatte immer weniger Lust zum Beten und zum Lesen in der Schrift und machte mir über meinen geistlichen Stand ernsthafte Sorgen. Auch den Kampf gegen die fleischlichen Lüste führte ich mit immer weniger Überzeugung und gab ihn am Ende ganz auf. Ich redete mir ein, dass Gott unendlich viel Geduld mit mir habe und viel Verständnis für meine Schwachheiten; dabei belog ich mich jedoch selber, denn die Hl. Schriften reden ja von einem ganz anderen Wesen Gottes. Ein Bruder war sogar der Meinung, ich sei womöglich von Dämonen besessen, da ich ihm bekannte, dass ich auch immer mehr Zweifel hegte, ob ein Leben ohne Sünde überhaupt möglich sei. Aus Angst vor derlei Einschüchterungen verschwieg ich anderen Brüdern meine Not und gab mich weiterhin als treuen und konsequenten Gläubigen aus. Manchmal gelang es mir immer wieder zeitweise sehr treu zu sein, aber ich fiel letztlich immer wieder in die Sünde zurück und bat Gott zum ungezählten Male wieder um Vergebung.

So ging es Monate lang immer weiter, und obwohl ich Gott anflehte, Er möge mir doch aus diesem elenden Kreislauf heraushelfen, änderte sich doch nichts, es wurde statt dessen immer schlimmer. Am Ende zweifelte ich sogar schon, ob ich überhaupt noch ein Kind Gottes sei, oder ob Gott mich nicht vielmehr schon längst verworfen habe. Schließlich war ich es leid, ständig in dieser Heuchelei vor anderen Gläubigen zu leben. Ich wollte endlich wahrhaftig sein und mein Herz vor anderen Brüdern ausschütten, um zu sehen, ob sie mir vielleicht irgendwie helfen können. Insgeheim interessierte mich dabei die Frage, ob es ihnen nicht vielleicht genauso erginge wie mir und sich vielleicht auch nur schämten, ihren wahren Zustand vor anderen zu bekennen. Ich dachte, wenn ich vielleicht mit gutem Beispiel voranginge und meine Fleischlichkeit schonungslos bekenne, dann würden sie vielleicht auch den Mut haben, aus sich herauszukommen. Dieser Einschätzung lag der Verdacht zugrunde, dass es in Wirklichkeit vielleicht gar keinen großen Unterschied gibt zwischen den Gläubigen und den Ungläubigen, außer dass die Ungläubigen unwissend sind über die geistliche Welt, aber sich sicherlich auch bekehren würden, wenn sie dasselbe mit Gott erlebt hätten wie ich. Auf der anderen Seite erschien mir der eifrige Gehorsam der Gläubigen eher als ein Phänomen am Anfang eines Glaubenslebens; das durchaus verständlich war aufgrund der begeisterten Freude darüber, ein neues Leben mit Christus führen zu können. Tatsächlich stellte ich dann bei meinen Befragungen vieler Brüder fest, dass sie im Grunde alle mehr oder weniger mit denselben Problemen und Anfechtungen zu kämpfen hatten wie ich und dass auch ihr Eifer im Laufe der Jahre erheblich nachgelassen hatte. Es ist so, wie Du einmal den Römern gegenüber bekannt hast in Deinem Brief: „Das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen dessen, was recht ist, finde ich nicht“. Durch diese Feststellung wurde ich also in meiner Vermutung bestätigt, und ich begann, weitere Überlegungen anzustellen, um herauszufinden, ob es außer dem Glauben wirklich noch einen gewichtigen Unterschied gibt zwischen einem Gottlosen und einem Jünger Jesu. Ich untersuchte z. B. die Behauptung, dass ein Kind Gottes ja ständig in einer innigen Gemeinschaft zu seinem himmlischen Vater steht, während die Ungläubigen Gottes Handeln ja nicht erleben und erfahren aufgrund ihres Unglaubens. Dabei fiel mir auf, dass sich viele Ereignisse auch auf ganz natürliche Weise erklären ließen, ohne dabei auf Gott verweisen zu müssen. Das bedeutete, dass es im Grunde heute auch keine echten Wunder mehr gab, dass heißt Dinge, für die es keine natürliche Erklärung gibt. Wenn wir Christen also heute zufällig ein „Wunder“ erleben, dann ist es doch in Wirklichkeit nur eine rein subjektive, gefühlsmäßige Deutung für eine uns unerklärliche Begebenheit oder für die lang ersehnte Erfüllung eines Wunsches, die wir aus einem Gefühl der Dankbarkeit Gott zuschreiben möchten. Wie oft aber geschieht es, dass wir uns mit einem ganz konkreten Anliegen an Gott wenden, und Er erhört unsere Bitte nicht, obwohl wir Ihn noch so sehr anflehen? Wie oft habe ich z. B. Gott angefleht, dass er doch meine Frau von ihrer Krankheit heilen möge oder ihr doch zumindest Linderung von ihren Schmerzen schenken möge! Aber warum hat Gott nach so vielen Jahren noch immer nicht unsere Bitte erhört? Ich habe mich immer wieder gefragt: Gibt es dafür eine vernünftige Erklärung?

 

Meine ersten Zweifel

Am Ende tröstete ich mich mit den Worten aus Jesaja, dass Gottes Gedanken höher sind als unsere Gedanken und dass wir eben vieles nicht begreifen können, was Gott tut. So musstest ja auch Du erst kürzlich Epaphroditus und Trophimus krank zurücklassen, ohne sie mit Gottes Vollmacht heilen zu können, was Dir ja früher durchaus gelungen war. Aber mir ist klargeworden, dass es ja auch bei den Gottlosen wundersame Krankenheilungen gibt, häufig einfach nur bedingt durch Willenskraft und Selbstbeeinflussung. Man kann auch nicht sagen, dass wir Christen mit mehr Glück und Gelingen gesegnet werden als die Ungläubigen. Im Großen und Ganzen ist es also doch nur der Glaube, der uns von den Ungläubigen unterscheidet. Wenn aber doch der Glaube eine Gabe Gottes ist - wie Du selbst es immer wieder bezeugt hast - warum hat Gott diesen Glauben nicht auch den anderen Menschen geschenkt? Diese Frage ließ mich nicht mehr los; so stellte ich mich wie einst Abraham vor Gott hin und bekannte vor ihm meine zweifelnde Frage: „Sollte der Richter der ganzen Erde nicht gerecht richten?“ Und wenn das so ist, warum werden dann die anderen Menschen deshalb bestraft mit der ewigen Verdammnis, nur weil sie keinen Glauben von Gott empfangen haben? Welche Schuld haben sie denn auf sich geladen? fragte ich mich damals. Verdiente ich nicht eine viel schlimmere Strafe als sie, gerade weil ich - im Gegensatz zu ihnen - von einer ewigen Höllenstrafe weiß und dennoch dieselben Sünden begehe wie sie? Zudem musste ich ja an mir erkennen, dass ich im Grunde kaum etwas gegen meine sündhaften Neigungen und Verhaltensweisen tun kann, ebensowenig wie ich mich vor geistigen Irrtümern oder falschen Meinungen bewahren kann, die in mir durch meine Umwelt geprägt wurden. Wenn mir aber aus Gnade Vergebung meiner Sünden zuteil wurde, warum begnadigt Gott dann nicht auch gleich alle anderen Menschen? Je mehr ich darüber nachdachte, wurde mir traurig zumute, denn ich konnte mich des Eindrucks nicht verwehren, dass solch eine ungleiche Behandlung im Grunde ungerecht sei. Ich weiß, dass Du in Deinen Predigten und Briefen Dich eher zurückhältst und der Frage nach der Bestrafung der Ungläubigen lieber aus dem Wege gehst. Nur einmal, wenn ich mich recht erinnere, hast Du diese Frage aufgegriffen in Deinem Brief an die Römer. Dort hast Du erklärt, dass die Ungläubigen sich nicht ausreden können, denn schon allein durch die Schöpfung muss jeder aufrichtige Mensch zugeben, dass es einen Gott geben muss. Aber gibt es nicht auch viele Menschen, die sich einfach nie über Gottes Existenz Gedanken gemacht haben, vielleicht einfach deshalb, weil sie in einer Umgebung aufgewachsen sind, wo ihnen niemand von Gott erzählt hat? Und dann gibt es ja auch noch Milliarden von Menschen, die sehr wohl an einen Gott glauben, aber einer ganz anderen Religion angehören, in der man nichts vom Herrn Jesus weiß? Warum werden diese Menschen mit der ewigen Verdammnis dafür bestraft, dass sie nicht an den richtigen Gott geglaubt haben und nichts vom Evangelium Jesu Christi wussten?

Einige Brüder, denen ich diese Fragen stellte, halfen sich mit der Behauptung, dass der Herr möglicherweise gar nicht von einer „ewigen Strafe“ sprach, denn das Wort „aioonion“ bedeutet ja eigentlich „äonisch“, d. h. eine auf Äonen (Zeitalter) bezogene Zeit, die möglicherweise irgendwann einmal endet. Abgesehen davon, dass sich diese Erklärung als nicht ganz logisch erwies, hinkt sie doch auch aufgrund einer weiteren Überlegung: Selbst wenn die Höllenstrafe nicht unendlich lange dauern wird, sondern nur ein paar tausend Jahre - ändert das denn die grundlegende Frage, ob die Ungläubigen überhaupt irgend eine Strafe verdienen? Könnten denn solche Menschen nach einer so langen Zeit von unvorstellbar grauenhaften Qualen überhaupt noch Gott lieben und sich Ihm dankbar und versöhnlich in die Anne werfen? Klingt denn eine solche Vorstellung nicht viel zu zynisch und makaber, als dass wir sie einem weisen Gott zuschreiben dürften? Trauen wir Gott wirklich zu, dass Er sich auf eine solch grausame und unverhältnismäßige Weise die Menschen gefügig macht, um Ihn dann zu lieben? Soll darin die unendlich große Weisheit Gottes bestehen, dass Er - der uns die Rache verboten hat - anstatt uns ein gutes Vorbild zu sein, sich selbst an den Ungläubigen rächt durch maßlos übertriebene Folterqualen, um ihren Willen zu brechen, so dass sie Ihm am Ende als völlig willenlose, verängstigte und verstörte Kreaturen zu Füßen kriechen? Ich frage noch einmal: Worin besteht denn der Unterschied zwischen ihnen und uns? Wenn Gott uns gnädig gewesen ist, dass wir Ihn erkennen durften, warum hat Er sich nicht auch ihnen zu erkennen gegeben, damit sie gläubig wurden? Warum hat Er nur uns auserwählt und nicht gleich auch alle Menschen auf einmal errettet? Warum hat Er in der Schöpfung überhaupt uns der Gefahr ausgesetzt, dass der Mensch in Sünde fallen konnte und dadurch sein ewiges Glück verlöre?

Diese Fragen beunruhigten mich immer mehr, zumal ich keinen Ausweg sah aus diesem geistlichen Dilemma. Auch die Auffassung, dass die Höllenstrafe vielleicht nur sehr kurz und schmerzlos sei, sozusagen eine Art Besserungsanstalt, bot mir keinen richtigen Halt, da sie den Aussagen des Herrn Jesus widersprach, - oder sollte ich es etwa wagen, Seine Worte in Frage zu stellen oder die Aussagen Seiner Zeugen? -? So blieb mir nur übrig, immer wieder in Demut Gott anzuflehen so wie Hiob: „Was ich nicht sehe, zeige Du mir“. Zeige mir auf, was ich übersehen habe, oder was ich einfach nicht weiß (Jer. 33, 3), damit ich wie Thomas wieder neuen Glauben schöpfen kann. Manche Brüder wiesen mich darauf hin, dass ich nur kindlich glauben solle, wie unser Herr gesagt hat, dann würde ich es schon irgendwann einmal verstehen. Aber stellen nicht gerade auch Kinder viele Fragen und hinterfragen immer wieder die Dinge, die für Erwachsene selbstverständlich sind oder über die sie sich noch nie Gedanken gemacht haben?

 

Gottes Heil für alle Menschen

Zu meiner Verwunderung erlebte ich in jener Zeit sehr vieles, was mir weiterhalf auf meiner Suche nach der Wahrheit. Die Ereignisse überschlugen sich förmlich, und mir war, als ob Gott selbst sich aufgemacht hätte, um mir den richtigen Weg zu weisen. Ich fühlte mich regelrecht gedrängt in meinen Gedanken, die mir wie eine Unterweisung immer neue Einsichten zu Tage förderten. Was zuvor undurchsichtig und dunkel erschien, kristallisierte sich zu einer immer deutlicheren Klarheit aus, so dass sich meine Zweifel in Gewissheit verwandelten. Nach und nach vielen mir die Scheuklappen und Schuppen von den Augen und eine umwerfende Freude erfüllte mein Herz. Auf einmal wusste ich, dass Gott alle Menschen liebt und in Sein Heil mit eingeschlossen hat. Ich sah in den Ungläubigen keine Hunde und Schweine mehr, sondern meine Brüder und Schwestern, die von Gott genauso geliebt werden wie ich. Ein Stein fiel mir vom Herzen, und ich begann damit, auch anderen Brüdern von meiner neuen Erkenntnis zu berichten.

Wie erwartet stießen meine Gedanken bei den Brüdern auf große Bestürzung und Widerspruch. Man warf mir vor, ich hätte mich zu sehr mit den Schriften der ungläubigen Philosophen beschäftigt und deshalb sei ich ganz verwirrt. Ich entgegnete, dass es mir vielmehr wie Jonathan erginge, der von dem verbotenen Honig gekostet habe und dessen Augen danach klar geworden sind. Für mich begann ein neues Leben, und ähnlich wie bei meiner ersten Bekehrung sah ich diese grundlegende Erneuerung meines Denkens durchaus als Gottes Führung an: Ich zog aus auf Gottes Geheiß ohne zu wissen, wohin Er mich führen würde. Ich sah es nicht so, dass ich umgekehrt sei auf dem geistlichen Wege, sondern dass ich vielmehr einen Schritt weiter hinaufgestiegen sei auf den Berg Zion. Du selbst hast die geistliche Umwandlung und Erneuerung ja immer gerne mit dem Wachstum eines Kindes verglichen: Gott musste die Kinder Israel erst in Strenge und Härte erziehen durch das mosaische Gesetz, das jedem die Verdammnis androhte, der nicht vollen Gehorsam leisten würde. Aber so wie Du den Galatern schriebst, wollte Gott eigentlich insgeheim damals nur, dass wir unsere Unfähigkeit zum Gehorsam eingestehen und Ihn um Gnade bitten. Und so ist es auch jetzt: Gott sandte uns Jesum, um uns Seine Liebe und Güte kundzutun. Er musste den Menschen aber auch mit Strafen drohen, wenn sie sich weiterhin gleichgültig gaben, damit sie ihr Heil nicht in anderen Wegen suchten. Insgeheim aber will Gott niemanden verdammen, sondern nur unser Interesse auf Ihn lenken. So mag Gottes Plan durchaus hinterlistig und widersprüchlich erscheinen, doch entscheidend ist vielmehr das Ergebnis. Der Zweck heiligt die Mittel, vorausgesetzt natürlich, dass es an sich keine bösartigen Mittel sind, die im Widerspruch zu dem guten Zweck gestanden hatten. Dies kann man aber von Gott nicht sagen, der lediglich die Unwissenheit der Menschen berücksichtigt hat, um ihnen entsprechend ihrem Lernprozess zur rechten Zeit das offenbarte, was zu ihrem Wohle diente. Dies musste auch Jonas lernen, dem Gott die Unmündigkeit und Hilfsbedürftigkeit der Menschen vor Augen führen musste. Solange wir aber noch geistige Kinder sind, brauchen wir noch Strafandrohungen, sobald wir aber Erwachsene sind, durchschauen wir die Absicht unserer Eltern und erkennen im Nachherein, dass sie es nur gut mit uns meinten. Um Sein Erziehungsziel mit uns zu erreichen, hat Gott sich möglicherweise aller bestehenden Religionen bedient, und dennoch will Er, dass jeder einzelne in seiner eigenen Religion äußerste Treue beweist.

 

Die Bibel - Anspruch und Wirklichkeit

Solche Überlegungen lassen sich natürlich nur schwerlich mit den Aussagen der Heiligen Schrift in Einklang bringen, und ich möchte nicht zu den vielen zählen, die dem Worte Gewalt antun und es auf unzulässige Weise dehnen, nur damit sie den Anschein erwecken können, dass ihre eigenen Gedanken mit den Worten der Heiligen Schrift übereinstimmen. So stand ich unweigerlich vor der Wahl, ob ich auch weiterhin festhalten wolle an der Lehre von der buchstäblichen Inspiration der Heiligen Schrift und damit ihrer Unfehlbarkeit oder dass ich vielmehr der Überlegung Raum gab, dass die Schrift - unter Gottes Zulassung und Kontrolle - ein vom menschlichen Geist geschriebenes Buch sei, das den geistigen Einflüssen ihrer Zeit unterworfen war. Dies würde zumindest vieles erklären, was uns heute Kopfzerbrechen bereitet und unerklärbar scheint. Kann es nicht durchaus möglich sein, dass wir bisher diese Schwierigkeiten verdrängt haben, weil sie nicht in unser harmonisches Bild passten von dem uns geschenkten Buch Gottes?

So fragte ich mich zunächst: Warum habe ich überhaupt je daran geglaubt, dass die Heilige Schrift Gottes Wort sei? Meine Antwort ist: Ich habe nachgedacht und beim Lesen der Schriften festgestellt, dass sie mir eine harmonische Erklärung für alle Lebensbereiche bieten, sowohl für solche, die meiner eigenen Realität und Wahrnehmung nahe kommen, als auch solchen, die außerhalb meines Wissens und meiner Erfahrung stehen, z. B. das Leben nach dem Tod. Das biblische Weltbild klang mir einfach und plausibel. Es war für mich damals auf meiner geistigen Suche nach Wahrheit und Weisheit „aller Annahme wert“. Später erst musste ich mir von der Heiligen Schrift erklären lassen, dass diese Annahme nicht auf meinem eigenen Wollen und Wirken gegründet war, sondern durch den Heiligen Geist, aufgrund der vorausgehenden Auserwählung Gottes. Hier nun fing der Glaube an, d. h. bei den Dingen, die außerhalb von unserer menschlichen Wahrnehmung stehen. Objektiv gesehen ist der Glaube also nichts anderes als die Annahme von angebotenen Wunschvorstellungen, die unserem Einbildungsvermögen erwachsen. Ob diese Annahme nun von Gott gewirkt ist oder nicht, ist eine ganz andere Frage. Ich glaube dies schon. Nun könnte man aber denken, dass diese Annahme ein Verführungswerk des Teufels sei und dass in Wirklichkeit Zeus der wahre Gott sei, bzw. Prometheus der Erretter. Zumindest glauben dies Millionen von Griechen im ganzen Mittelmeerraum. Wenn wir aber von der Götterfamilie bei Homer lesen, stoßen wir auf ein unseres Erachtens disharmonisches, elendiges Weltbild, in welchem sich Zeus - ähnlich dem alttestamentlichen Gottesbild JHWHs - als eifersüchtiger, kriegerischer, launenhafter und Menschen ähnlicher Gott darstellt, der von seinen Untertanen bedingungslose Unterwerfung erwartet. Dieses Gottesbild ist für uns unannehmbar geworden, es widerspricht unserem Harmonieverständnis, unseren Hoffnungen und Wunschvorstellungen. Das christliche Gottes- und Weltbild hingegen strahlt viel mehr Wärme und Geborgenheit aus und ist in weiten Teilen durchaus auch nachvollziehbar.

Doch es dauerte nicht lange, dass ich Ungereimtheiten in der Schrift fand, sowohl den Schriften des Alten Bundes als auch in den Evangelien. Zunächst versuchte ich diese Tatsache zu verdrängen, aber sie ließ mir keine Ruhe, so dass ich die Brüder um Erklärungen bat. Ich fragte sie z. B., warum bei Markus und Lukas jeweils nur von „einem“ besessenen Gadarener, „einem“ Blinden von Jericho (Bartimäus) und „einem“ EselsfüIIen die Rede ist, wo doch der Schreiber Matthäus bekanntlich von zwei Gadarenern, zwei Blinden von Jericho und zwei Eseln beim Einzug in Jerusalem spricht. Meine Vermutung war, dass der Matthäusbericht historisch ungenau sein muss, denn auch in Matth. 27, 9 finden wir eine Ungenauigkeit, wo von „Jeremia“ die Rede ist, wo es doch eigentlich „Sacharja“ heißen muss, von dem das Zitat stammt. Die Brüder waren sehr wütend über meine Frage und unterstellten mir, ich wollte durch meine Fragen die Glaubwürdigkeit der Bibel an sich anzweifeln. Eine hilfreiche Erklärung für diese offensichtlich fehlerhaften Stellen konnten sie mir jedoch nicht liefern, so dass ich mich damit abfinden musste, dass es eben nun einmal noch viele offene Fragen gab.

Im Laufe der Jahre entdeckte ich noch viele andere Ungenauigkeiten oder gar Widersprüche, die ich einfach als „schwierige Stellen“ abtat, mit denen ich mich nicht näher auseinandersetzen wollte. Auch in Deinen eigenen Worten entdeckte ich zuweilen Fehler, die mich allerdings nicht weiter störten, solange es sich nicht um Widersprüche in Lehraussagen handelte. Um ein kleines Beispiel zu nennen: Nachdem Dir - wie Du sagst - bei Deiner Bekehrung der Herr erschienen ist, schrieb Lukas von dieser Ereignis: „Die Männer aber, die mit ihm des Weges zogen, standen sprachlos, da sie wohl die Stimme hörten, aber niemanden sahen “. Später schreibt Lukas jedoch, dass Du zu der Volksmenge in Jerusalem sprachst: „Die aber bei mir waren, sahen zwar das Licht..., aber die Stimme dessen, der mit mir redete, hörten sie nicht“. Welcher von beiden Berichten ist nun wahr, da sie sich doch offensichtlich widersprechen? Es mag sein, dass Du Dich einfach nur beim Reden vertan hast, aber Du darfst es auch niemandem verdenken, wenn er Deinen Bericht aufgrund seiner Widersprüchlichkeit ganz und gar als erfundenes Märchen abtut. Der Heilige Geist jedenfalls hätte wohl kaum zugelassen, dass Du Dich dermaßen verplapperst.

Jesus soll einmal gesagt haben: „Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so werdet ihr zu diesem Berge sagen: Werde versetzt von hier dorthin! Und er wird versetzt werden; und nichts wird euch unmöglich sein“. Es ist demnach klar, dass jemand, der einen Berg nicht durch bloßen Befehl in Bewegung zu versetzen vermag, nicht zur Bruderschaft der Gläubigen gerechnet werden kann. Genauso wenig kann jemand errettet werden, wenn er nicht seine Eltern hasst bzw. wenn er nicht allem entsagt, was er hat (Luk. 14, 23), oder wenn er sich nicht die Hand abschlägt oder die Augen ausreißt, wenn diese ihm zur Sünde verleiten. Solche und andere einschüchternden Drohungen finden wir in den Evangeliumsberichten, so dass es in Anbetracht der menschlichen Schwäche praktisch als unmöglich erscheint, ins Himmelreich zu gelangen. Das Evangelium verheißt zwar dem Sünder Gnade, doch im Grunde nur für sein bisheriges Leben, denn wenn sich sein Leben nicht entscheidend verändert durch den Glauben, dann wird er genauso wie alle anderen Menschen in die Hölle geworfen. Unter dem Strich läuft die „Gnade“ also doch wieder auf eine Werkegerechtigkeit hinaus und hat daher nur eine motivierende Funktion. So hat Jakobus ganz recht, wenn er schreibt, dass der Glaube „ohne Werke“ tot ist. Wenn dies auch hart klingt, so ist es zumindest ehrlicher, als zu behaupten, dass wir aus Glauben und nicht aus Gesetzeswerken gerechtfertigt werden, denn wenn man der Sache auf den Grund geht, entscheidet doch nach wie vor unser Gehorsam zum Wort, ob wir gerettet werden oder nicht. Daher sehe ich einen Widerspruch zwischen Deinem Brief an die Römer und den Briefen von Jakobus und Johannes. Wollte man die Aussage von Johannes ernst nehmen: „Jeder, der aus Gott geboren ist, sündigt nicht“, dann ist wohl niemand wirklich aus Gott geboren und folglich wird auch niemand gerettet.

Man würde jedoch einen groben Fehler machen, wenn man die Heilige Schrift aufgrund ihrer kleinen oder großen Widersprüche in Bausch und Bogen verwirft. Wie viel Gutes hat sie mir und vielen anderen Menschen schon geschenkt, wie viel Trost und Zuspruch in Zeiten der Bedrängnis! Ist es nicht auch Dir damals so ergangen als Du damals als Heranwachsender zu den Füßen Gamaliels zum ersten Mal die Schriften durchforschtest, dass Du überwältigt warst von der Fülle an Klarheit und Plausibilität, dass Dir gar nichts anderes übrig blieb, als die Heilige Schrift wie eine Braut in Dein Herz zu schließen? Was sollte Dir auch damals Anlass gegeben haben, Zweifel zu hegen, wo Du doch den Glauben an den Gott Israels mit der Muttermilch aufgesogen hast? Mit den Jahren kam dann die Gewohnheit hinzu, Du hast es Dir bequem gemacht in dem traditionellen Weltbild Deiner Väter, längst hatte sich für jede schwierige Bibelstelle eine geeignete Erklärung gefunden, die jede unpässliche Aussage zurechtstutzt, damit sie wieder in das angestammte Welt- und Gottesbild hineinpasst. Ihr Juden seid ja geradezu Künstler der Exegese, wenn auch manche Auslegungen wirklich an den Haaren herbeigezogen scheinen. Aber hast Du nicht selber einmal gesagt: „Wir erkennen stückweise, und wir prophezeien stückweise, wenn aber das Vollkommene gekommen sein wird, so wird das was stückweise ist, weggetan werden. Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind, als ich ein Mann wurde, tat ich weg was kindlich war.“ Ich habe Dich damit so verstanden, dass Du versuchst, Dir aus vielen kleinen Teilen einen Reim zu bilden, um auf eine einigermaßen nachvollziehbare und beweiskräftige Schlussfolgerung zu kommen, die im Einklang ist mit anderen Lehren der Schrift. Ein unreifes Kind, von dem Du sprichst, hat z. T. noch sehr kindische, unnüchtern und unsachliche Vorstellungen von den Dingen, die es erlebt. Wenn Du jedoch selbst zugibst, dass Deine Suche nach Wahrheit in aller menschlicher Schwachheit und Unvollkommenheit geschieht, warum hältst Du es dann nicht für möglich, dass es den Autoren der Heiligen Schrift nicht anders erging wie Dir, so dass sich auch viele unreife und irrtümliche Vorstellungen der Menschen einschlichen, ohne dass ihre Widersprüchlichkeit sofort bemerkt wurde? Ist es nicht durchaus glaubhafter, dass sich diese Männer Gottes zwar außerordentlich bemühten, aber dennoch Irrtümer hatten in ihrer Lehre, so wie es uns heute genauso passieren könnte? Es ist wohl deshalb auch kein Wunder, dass es heute - 30 Jahre nach Jesu Tod - an die 60 verschiedene Evangeliumsberichte gibt, die längst nicht alle miteinander übereinstimmen. Jakobus schrieb: „Seid nicht viele Lehrer, meine Brüder, denn wir alle straucheln oft.“ Jakobus gibt also zu, dass er und die anderen Apostel oft in der Lehre geirrt haben. Das Wollen ist vorhanden, und sicher wird auch heute jeder Prediger von der hoffnungsvollen Erwartung ausgehen, dass Gott seine Worte inspiriert hat oder sie zumindest zu seiner Absicht gebrauchen wird.

Demnach könnte die Heilige Schrift ungefähr so entstanden sein: Ein Vater hatte Angst, dass seine Kinder einmal die überlieferten, legendenhaften Erzählungen seiner Väter stückweise vergessen oder verfälscht weitergeben könnten; und so begann er, sie aufzuschreiben. Das stückhafte „Wissen“ wurde nach und nach ergänzt durch eigene Überlegungen, die den Wert der Berichte heben sollten. Bestehende Ungereimtheiten wurden aus dem Text herausgenommen oder durch Ergänzungen erklärt. In diesem . Sinne ist vielleicht auch die Feststellung des Psalmisten zu verstehen: „Die Worte des HERRN sind reine Worte... siebenmal geläutert“. Wenn sie nicht Verunreinigungen enthalten hätten, wäre es nicht nötig gewesen, sie immer wieder zu reinigen. Dennoch ist alles menschliche Werk auch nach ständig wiederholter Revision unvollkommen, so dass nach wie vor viele Ungereimtheiten übersehen wurden.

 

Die Botschaft Gottes - nur für Einfältige?

Ist es nicht im höchsten Maße widersinnig, wenn Gott dem Menschen, den er selbst geschaffen hat, die Kenntnis des Unterschiedes von gut und böse vorenthält? Wollte Gott den Menschen denn wirklich in einer solchen Dummheit belassen, die ihn unfähig macht, das Böse zu meiden und dem Guten nachzustreben? Sollte der Mensch denn nicht an vernünftiger Einsicht teilhaben, die ihn doch erst zum göttlichen Wesen macht? Jeder Vater hat von Natur ein Interesse daran, dass seine Kinder so früh wie möglich gut und böse unterscheiden, es ist einfach ein zwingendes Erziehungsziel. Demgemäß war der Einfluss der Schlange auf die menschliche Entwicklung eher ein wohltätiger und keineswegs ein verderblicher. Der Schreiber des Genesisbuches unterstellt Gott, er habe den Menschen zur Einfalt und Schwachsinnigkeit erschaffen. Wenn man solch einer Erzählung von Gott glauben wollte, müsste man Gott als missgünstig ansehen. Denn sobald er den Menschen zu vernünftiger Einsicht gekommen sah, vertrieb er ihn aus dem Paradies. Jeder Diktator versucht zu verhindern, dass sein Volk durch Klugheit die Dummheit seines Herrschaftssystems durchschaut, damit sie sich nicht gegen ihn auflehnen. Folgende Worte wurden Gott in den Mund gelegt: „Siehe, der Mensch ist geworden wie unser einer, zu erkennen Gutes und Böses; und nun dass er seine Hand nicht ausstrecke und nehme von dem Baume des Lebens und esse und lebe ewiglich!“ Solche Erzählungen strotzen meiner Meinung nach nur so von Gotteslästerung. Man hat den Eindruck, Gott wollte nicht, dass der Mensch durch sein menschliches Unterscheidungsvermögen erst zum richtigen Menschen wird, sondern dass er auf dem Niveau von Tieren bleiben solle. Dies alles zeugt von argem Neid und übergroßer Missgunst.

Nun lehrst Du ja selber auch, dass Gott ein Gott der Dummen und Zurückgebliebenen sein will und dass es noch eine Weisheit gibt, die höher und erhabener ist als die sog. „Weisheit der Welt“. Darf ich Dich fragen: Die „Weisheit der Welt“ - ist sie von Gott oder von Menschen? Letztlich hat Gott doch gerade diese geschaffen, damit der Mensch aus seiner geistigen Finsternis heraustritt und Recht und Wahrheit erkennt, um danach zu handeln. Folglich kann Gott sie nicht als Torheit ansehen, sondern schlimmstenfalls als eine „begrenzte Weisheit“. Was kann der Mensch aber wirklich über das Natürliche hinaus erkennen, ohne dass es Spekulation, Projektion oder Suggestion sei? Sokrates sagte schon: „Die Klügste ist, die weiß was sie nicht weiß“, d. h. wer aufrichtig ist, muss zugeben, dass es viele Dinge gibt, die er nicht wissen kann, weil sie sich seinem Erfahrungsbereich entziehen. Daher ist es eine viel größere Klugheit, wenn ich mir und anderen dieses Unvermögen eingestehe, anstatt dass ich Spekulationen betreibe und meine „Erkenntnisse“ anderen als „Wahrheit“ verkaufe. Hier in Athen hast Du ja mit Deinem Evangelium auch nicht viel Erfolg gehabt, denn die griechischen Gelehrten durchschauen sehr schnell, wenn sich eine Lehre nicht auf logischen Beweisgründen stützt, sondern auf seelisch - religiösen Wunschvorstellungen. Daher hast Du Dich wohl gekränkt gefühlt und zum Kahlschlag ausgeholt, indem Du gleich alle sog. „menschliche Weisheit“ blindlings verworfen hast. Machst Du Dir da nicht etwas vor, wenn Du feststellst, dass Gott die Dummen und Einfältigen der Welt auserwählt hat, damit er die Intelligenten zu Schanden mache? Ist es nicht weitaus naheliegender, dass die Dummen und Einfältigen nur deshalb an das Evangelium glauben, eben weil sie dumm, einfältig und leichtgläubig sind?

In Deiner Vermessenheit gehst Du sogar so weit zu behaupten, dass Deine Kritiker die Wahrheit Deiner Lehre nicht erkennen können, weil es nur durch den Heiligen Geist erkannt werden kann. Betrügst Du Dich damit nicht selber? So eine Begründung ist einfach feige und dumm. Sie klingt wie eine faule Ausrede, wenn einem nichts mehr einfällt und man aus Bequemlichkeit und Feigheit einen kritischen Dialog für beendet erklären will. Mit solch einer Logik könnte man jeden Unfug rechtfertigen. Aber Unsinniges und Widersprüchliches kann nicht einfach mit dem Heiligen Geist geheiligt werden. Wenn eine Sache wirklich wahr ist, dann ist sie für alle Menschen wahr, d. h. zumindest nachweisbar oder nachvollziehbar. Daher müsste es besser heißen: Glückselig sind, die nicht geglaubt, sondern gesehen haben! Ich kann ja vieles glauben und hoffen, aber ich muss mir immer eingestehen, dass ich es nicht wirklich weiß. Glaube und Wissen widersprechen sich und können daher nicht einfach dasselbe bedeuten. Insofern kann der Glaube auch nie eine „Überzeugung“ sein, denn dann wäre es kein Glaube mehr, sondern ein Wissen. Es klingt einfach ein wenig anmaßend, wenn Du die Begriffe „glauben“ und „wissen“ immer wieder leichtfertig austauschst. So schreibst Du z. B.: „Ich will aber, dass ihr wisset...“ - richtig müsste es doch eigentlich heißen: „Ich will bzw. wünsche mir aber, dass ihr glaubt, dass...“, dann wärest Du ehrlicher gewesen. Denn das, was die Korinther oder Römer „wissen“ sollten, waren nicht etwa für jedermann zugängliche Wissens-Informationen, sondern absolute Glaubensdinge. Wer hierin nicht den klaren Unterschied erkennt und nicht eine eindeutige, klare Sprache spricht, ist ein Falschspieler, der in seiner wahnhaften Arroganz die Einfältigen verführt und der Willkür Tür und Tor öffnet.

Leider hat Deine Methode, den Glauben an das Evangelium als ein von Gott verordnetes Wissensgut auszugeben, heute viele Anhänger und Nachahmer gefunden, so dass ich keine Zweifel habe, dass Du mit Deiner „frohen Botschaft“ viel Erfolg haben wirst. Es wird ja heute schon den kleinen Kindern in der Wiege der Name Jesu als Retter der Welt vorgesungen. Jeden ersten Wochentag wird das Evangelium immer und immer wieder den Gläubigen in einschläfernder Weise eingebleut, bis sie es in und auswendig kennen. Und das Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Und wenn es dann einmal für Milliarden von Menschen zum einzig entscheidenden Wissensgut“ geworden sein wird, wird allein dieses schon ausreichen, um als ewig gültige, göttliche Wahrheit angesehen zu werden. Sollten sich denn Milliarden von Menschen irren? Sollte all ihr Gottesdienst und ihre Gebete denn vergeblich gewesen sein? Dabei kommt es niemandem suspekt vor, dass Gott heute die Gebete gar nicht mehr akustisch beantwortet, wie er es angeblich früher getan hat. Und warum tut er es heute nicht mehr? Man ist geneigt zu fragen (ähnlich der Ironie Elias): Ist Gott heute etwa beleidigt, dass er nicht mehr mit uns reden will? Wie naiv müssen wir sein, zu glauben, Gott würde heimlich auf der Lauer liegen, um zu testen, ob wir auch ja jeden morgen brav unsere „stille Zeit“ im verschlossenen Kämmerlein verrichten, damit wir dafür einmal eine genaustem registrierte Belohnung bekommen! Das hat schon nichts mehr mit Glauben zu tun; das ist wahnhafter Aberglaube!

 

Ist Gott ein grausamer Tyrann?

Du hieltest meine Überlegungen damals für Frevel, als ich sie Dir das erste Mal vortrug. Du warfst mir vor, ich hätte von der verbotenen Frucht gegessen und müsse nun das Paradies des kindlichen Glaubens verlassen. Doch ich entgegnete Dir, dass ich meine Erkenntnisse und Einsichten als mir von Gott geschenkt betrachte, so wie auch Du es für Dich in Anspruch nimmst. Und so wie wir gibt es noch Tausende anderer Menschen in den verschiedenen Religionen, die alle für sich in Anspruch nehmen, Gott erkannt zu haben, und alle dienen Ihm entsprechend ihrer Erkenntnis. Doch lehrt uns der Herr, dass alle Menschen verdammt würden, wenn sie nicht an das Evangelium glauben. Dieser Gedanke war für mich immer unerträglicher geworden: Sie sollen dafür büßen, dass sie sich geirrt haben, dass sie nicht den „richtigen Glauben“ von Gott empfangen haben, dass sie mit dem Verstand, den Gott ihnen gegeben hat, nicht erkannt haben, dass unter den vielen Glaubensarten nur eine die richtige und wahre ist. Du hast mir damals erwidert, dass der Mensch für sein Tun und seine Entscheidungen verantwortlich ist, weil Gott ihm eine völlig autonome Entscheidungsfreiheit gegeben habe. Dennoch sprichst Du aber auch im Römerbrief von der souveränen und willkürlichen Auserwählung Gottes. Auf der einen Seite sagst Du also, dass Gott den Menschen Entscheidungsfreiheit gegeben hat, weil er keine Marionetten als Diener will, sondern nur solche, die Ihn freiwillig lieben. Auf der anderen Seite schreibst Du auch, dass es nicht von dem „wollenden Menschen“ abhinge, ob Gott ihn begnadigt oder verdammt, sondern allein an Gottes souveränen Willen („Wen Er will, begnadigt Er, und wen Er will, verhärtet Er... Oder hat der Töpfer nicht Macht über den Ton, aus derselben Masse ein Gefäß zur Ehre und ein anderes zur Unehre zu machen?&ldquo. Findest Du nicht, dass hier ein Widerspruch vorliegt? Wird der Mensch nun gerettet aus seinem eigenen Willen oder aufgrund des Willens Gottes? In jedem Fall wäre Gott jedoch der Verursacher des menschlichen Schicksals, denn auch den menschlichen Willen hat Gott ja geschaffen. Wenn man aber bedenkt, dass die allermeisten Menschen - nach den Aussagen des Herrn - wegen ihrer Verfehlungen und Irrtümer in die Hölle kommen, so könnte man diese Entscheidungsfreiheit als ein „vergiftetes Geschenk“ bezeichnen. Gott hätte in seiner Allwissenheit wissen müssen, dass die Mehrzahl der Menschen Ihn in der biblischen Form nicht (an)erkennen würde, und in seiner Allmacht hätte er verhindern können und müssen, dass sie aufgrund dieses Tatbestandes in die Hölle kommen. Ein Vater, der seine Kinder liebt, wird seinen Brunnen mit einem Deckel verschließen und nicht zulassen, dass sie am Brunnen spielen, auch wenn er sie dafür in ihrer Entscheidungsfreiheit einschränken muss.

Gott hätte es also verhindern können, dass der Mensch vor Ihm schuldig wird, und dennoch will Er ihn bestrafen. Auch Du hast diese Ungereimtheit längst erkannt und sie einmal in der Frage formuliert: „Warum bestraft Er noch? Denn wer hätte Seinem Willen widerstanden?“ Aber diese Frage hast Du nicht beantwortet, sondern bist ihr ausgewichen, indem Du von der Souveränität Gottes sprichst, angesichts welcher kein Mensch das Recht habe, Gottes Handeln anzuzweifeln. Du darfst aber nicht übersehen, dass die Frage nach Gottes Gerechtigkeit eine der entscheidendsten Fragen überhaupt ist, denn von Ihr hängt letztlich ab, in welch einer Beziehung wir zu Gott stehen. Ist Gott wirklich ein willkürlicher, grausamer, eitler und eifersüchtiger Despot, unter dessen Schreckensherrschaft nur eine kleine, ihm ergebene Elite begünstigt wird, der aber alle Menschen verdammt, die ihm nicht bedingungslosen Gehorsam erweisen? Oder ist Gott einem Volksdiener vergleichbar, der ein Interesse daran hat, dass seine Untertanen sein Handeln verstehen und nachvollziehen können, damit sie ihn dann freiwillig lieben oder ablehnen können. Ein Herrscher jedoch, der ein Progrom gegen all seine Kritiker ankündigt, es aber noch nicht einmal für nötig hält, seinem Volke sein Handeln verständlich zu machen, hat seine Glaubwürdigkeit und Seriösität verspielt und muss sich nicht wundern, wenn er abgesetzt wird.

Der Philosoph Epikur hat einmal dieses Problem der „theodikaiosynee“ (Gottesgerechtigkeit) analysiert, d. h. die Frage nach dem Zusammenhang zwischen einem als allwissend, allmächtig und allgütig vorausgesetzten Gott und dem vielen Übel und Leid in der von diesem Gott geschaffenen und vorhergesehenen Welt und kam dabei zu folgender Feststellung:

„Entweder will Gott die Übel in der Welt beseitigen, kann es aber nicht.
(Dann ist er schwach, also kein Gott.)

Oder Er kann es und will es nicht.
(Dann ist er missgünstig, also kein Gott.)

Oder Er kann es nicht und will es nicht.

Oder Er kann es und will es (wie es sich allein für einen Gott gehört)
- woher kommen dann die Übel in der Welt?“

Auch ein anderer Philosoph versuchte mal, eine Lösung zu finden, wie man sich das Böse in der Welt erklären könne, ohne dabei Gott eine Schuldhaftigkeit anzulasten. Er kam dabei zu dem Schluss, dass unsere Welt mitsamt ihrem ganzen Elend „die beste aller möglichen Welten“ sei, d. h. dass Gott nach gründlicher Abwägung aller denkbaren Welt-Modelle zu dem Ergebnis kam, dass nur eine Welt wie diese allen Kriterien weitestgehend gerecht werde und somit eine bessere Welt gar nicht möglich gewesen wäre.

Bei aller Bewunderung, die ich für diesen Versuch habe, Gottes Handeln zu rechtfertigen, kommen mir jedoch arge Zweifel auf Soll diese Welt wirklich „die beste aller möglichen Welten“ sein? Gab es nicht viel bessere Möglichkeiten? Z. B. hätte Gott uns Menschen doch von vornherein mit einer tiefen Einsicht und dem Verständnis seines Willens schaffen können, so dass wir Gottes Gedanken erkennen und dankbar annehmen können. Er hatte uns sozusagen von Anfang an gleich in den Zustand der Neuen Schöpfung“ durch den Heiligen Geist erschaffen können, dann wäre keiner verloren gegangen, sondern alle Menschen hätten sich wie im Zustand der ewigen Herrlichkeit von jeher an Gott erfreut - ohne den unsäglich grausamen Umweg der Sünde und der göttlichen Strafgerichte erdulden zu müssen. Und genauso auch der Sühnetod Jesu - wem ist denn durch diesen Genugtuung widerfahren? Wer hat im Kreise der Engel auf eine derartige Sühne bestanden? Wenn doch Gott allein Macht hat über alI seine Kreaturen - für wen wurde dann dieses Passions-Spektakel inszeniert? Jesus soll ja einmal gesagt haben, dass es Gott nicht unmöglich sei, einen Reichen zu retten (auch wenn es angeblich leichter sei, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr schlüpfe). Hier stellt sich aber doch die Frage: Wenn es Gott grundsätzlich möglich ist, einen Menschen, den er retten will, auch zu retten, warum rettet er dann nicht einfach so die ganze Menschheit? Wozu musste Jesus so viele Wunder tun? Wem zuliebe musste er sich erst noch opfern am Kreuz? Wozu der ganze Aufwand? Hätte nicht auch schon ein Machtwort Gottes genügt, um alle Gerechtigkeit wieder herzustellen? Hätte es dann wohl noch irgend jemanden gegeben, der Gott einen Vorwurf gemacht hätte? Hätte Gott etwa von irgendwo her Kritik fürchten müssen, wenn er es anders gemacht hatte? Wozu soll Gott angeblich den Glauben an das Evangelium als Heilsvoraussetzung verlangen? Was ist das für eine Geheimniskrämerei, die mit einer so heilsnotwendigen Wahrheit betrieben wird? Wenn Gott den Menschen wirklich überzeugen wollte, bräuchte er ihnen nur klare, deutliche, beweiskräftige Dinge zu zeigen, und sie werden aufgrund der Offensichtlichkeit überzeugt werden; hierzu braucht er keine Wunder, die Wahrheit allein ist hinreichend, um die Menschen zu gewinnen. Ein berühmter Philosoph hat einmal gesagt: „Die Begebenheiten, für die nur einige Menschen zeugen können, genügen nicht, um eine Religion zu beweisen, die von allen gleichermaßen geglaubt werden soll. Eine einzige Beweisführung macht mir mehr Eindruck als fünfzig Begebenheiten. Dank dem außergewöhnlichen Vertrauen, das ich zu meiner Vernunft habe, ist mein Glaube nicht dem erstbesten Scharlatan preisgegeben.“

ende teil 1

12.1.08 19:24, kommentieren

kein "Christ" des Christentums!

 kein "Christ" des Christentums!  

Jemand schrieb:
    ein konsequenter Glaube am Ende zwangsläufig in eine Sackgasse führt

Meine Antwort:
Genau das habe ich anders erlebt!
Ich bin übrigens auch kein "Christ" des Christentums!
Ich war einer, so wie du ihn hier und da beschreibst.
Genau das habe ich auch erwägt!
Du bezeichnest den Glauben an Gott als ´fiktiven Geborgenheit´, ´ein durchaus notwendiger Lückenbüßer´, ´wahnhaften Illusionen´ und ´kindlichen Wunschgebilden.´

Ich habe mich vor 6 Jahren von diesem Gott getrennt! Oder um genauer zu sein,
ich wusste, das ich zu dem G´tt, von dem Jesus Christus sagt(in der Bibel) das er sein Vater ist, zuviel Eigenes dazu gemacht hate in den letzten 15 Jahren. Es war mein trauriger Abschiedsbrief. Ich war traurig, wie wenn man einer Freundin Abschied gibt, obwohl man sehr an ihr hängt.

Was war geschehen? Kurz. Ich lernte einen Gott kennen, der da war ohne das ich ihn kannte, der etwas an mir machte, ohne das er mir eine Predigt, ein Wort gab!

Lange schon empfand ich mich als Störenfried für mich selbst, der eher glauben wollte, das er einer Selbsthypnose erlegen ist, selbsttäuschung ect.
Gott musste stärker sein, als irgend ein Selbstgespräch!

Mit Hilfe von Predigten von Leuten aus dem 12. und 14. Jahrhundert
erlebte ich Gläubige, die das waren was sie redeten. (auch wenn ich nur las, bemerkte ich es.)

Ich bin den Weg mit dem Unbekannten Gott bis zu Ende gegangen und heraus kam meine Erlösung. Obwohl das alles nicht von mir forciert wurde.
Ich interessierte mich nämlich nur noch für Gott, um Gottes Willen.

Hier breche ich mal ab.
_________________
es grüßt d@gobertr

# Christen müssten ´nicht erlöster aussehen´,
sondern Erlöst Sein! #
http://www.youtube.com/watch?v=cyheJ480LYA

http://www.theinterviewwithgod.com/flash/IWG_net.swf

11.1.08 22:35, kommentieren

Wie definiert sich Ewigkeit?

  • Wie definiert sich Ewigkeit?
  • Das die Bibel Gottes Wort ist, ist ein Totschlaghinweis, wenn sie nicht
    von uns geschrieben wird
  • Die Lehre von Gott als Helfer ist Einseitig, wenn diese nicht in der
    Frohbotschaft von Christus gründet
  • 11.1.08 18:46, kommentieren

    Eckerhardt von Hochheim

    Predigt 28

    "Denn dazu sind wir in die Zeit gestellt, dass wir durch vernunfterhelltes 'Gewerbe' in der Zeit Gott näher und ähnlicher werden"


     

    Buch der göttlichen Tröstungen

    Gäbe es nichts Neues so würde nichts Altes

    Buch der göttlichen Tröstungen (vgl. Predigt 9)

    Man muss wissen, dass es der gesamten Natur unmöglich ist, irgendetwas zu zerbrechen, zu verderben  oder auch nur in Gang zu setzen, ohne dass sie damit für das, was sie in Gang setzt, nicht etwas Besseres anstrebt.  Ihr genügt es nicht, etwas gleich Gutes zu schaffen - sie will stets etwas Besseres machen.

    Reden der Unterweisung, Kap. 23

    Das laß dir leid sein, und ertrage es mit Geduld, und nimm es als eine Übung und sei zufrieden.

    Predigt 31

    Liebe kennt kein Warum

    Predigt 31

    Alles, was geschaffen ist, das ist Nichts.

    (vgl. Predigt 6: Alle Dinge sind geschaffen aus Nichts, darum ist ihr wahrer Ursprung das Nichts - vgl. Predigt 4: Alle Kreaturen sind reines Nichts. Ich sage nicht, dass sie geringwertig oder überhaupt etwas seien: sie sind reines Nichts.)

    Predigt 52

    Als ich geboren wurde, da wurden alle Dinge geboren.

    Predigt 11

    Solange ich Knecht bin, bin ich dem eingeborenen Sohn sehr fern.

    Predigt 6

    Wer das Leben fragte tausend Jahre lang:

    "Warum lebst du?"


    Könnte es antworten, es sagte nichts anderes als:

    "Ich lebe darum, dass ich lebe."

    Predigt 6

    Die Leute sagen oft zu mir: "Bittet für mich!" Dann denke ich:" Warum geht ihr von euch weg - warum bleibt ihr nicht in euch selbst und nutzt eure eigene Kraft? Ihr tragt doch alle Wahrheit wesenhaft in euch."

    Buch der göttlichen Tröstungen

    Dass der Kaufmann zur Erlangung eines kleinen Gewinnes und zudem in Ungewissheit oft in ferne Länder, so beschwerliche Wege, über Berg und Tal, Wildnisse und Meer zieht, bedroht von Räubern und Mördern, bedroht an Leib und Gut, große Entbehrungen im Essen und Trinken, beim Schlaf und weitere Leiden auf sich nimmt - und doch das alles gern und willig in Kauf nimmt um eines so kleinen und ungewissen Nutzens willen ... ... Und da scheint es uns so bedeutend, dass wir ein Wenig leiden um Gott und die ewige Seeligkeit.

    Reden der Unterweisung, Kap.3

    Richte dein Augenmerk auf dich selbst, und wo du dich findest, da lass ab von dir. Das ist das Allerbeste.

    Reden der Unterweisung

    Gott ist ein Gott der Gegenwart

    Vom Nutzen des Lassens

    Die Menschen sollten nicht so viel nachdenken, was sie tun sollten, sie sollten vielmehr beachten, was sie sind.

    Vom Nutzen des Lassens

    Soweit du herausgehst aus allen Dingen, soweit , nicht weniger und nicht mehr, geht Gott ein mit all dem Seinen.

    Bulle

    Gott ist weder gut noch vollkommen; wenn ich Gott gut nenne, so sage ich etwas ebenso Verkehrtes, als wenn ich das Weiße schwarz nennen würde.

    Reden der Unterweisung, Kap. 9

    Die Neigung zur Sünde ist nicht Sünde, aber sündigen wollen, das ist Sünde.

    Reden der Unterweisung, Kap. 10

    Mit dem Willen vermag ich alles. Fehlt es dir nicht am Willen, sondern am Vermögen, so hast du es vor Gott vollständig getan. Tun wollen, sobald ich's vermag, und getan haben, das ist vor Gott gleich.

    Predigt 28

    Denn dazu sind wir in die Zeit gestellt, daß wir durch vernunfterhelltes 'Gewerbe' in der Zeit Gott näher und ähnlicher werden.

    Predigt 28

    Denn dazu sind wir in die Zeit gestellt, daß wir durch vernunfterhelltes 'Gewerbe' in der Zeit Gott näher und ähnlicher werden.

    Predigt 58

    "Es sprechen Manche: sie hätten's nicht.
    Da erwidere ich: das ist mir leid.
    Ersehnst du es aber auch nicht,
    das ist mir noch leider.
    Könnt ihr es denn nicht haben,
    so habt wenigstens ein Sehnen danach!
    Mag man auch das Sehnen nicht haben,
    so sehne man sich doch wenigstens nach der Sehnsucht!"
    "Wenn ein Mensch ein inneres Werk vollbringen will,
    dann muss er alle seine Kräfte einziehen,
    gleichsam in die Tiefe seiner Seele,
    und er muss sich vor allen Bildern und Eindrücken verbergen.
    Da muss es dann wirken. In ein Vergessen, ein Nichtwissen muss er hineinkommen. Stille und Schweigen muss sein, wo das Wort vernommen werden soll. Man kann zu ihm nicht besser kommen als durch Stillesein und Schweigen; da kann man es hören, da versteht man es recht: im Unwissen! Wenn man nichts mehr weiß, dann zeigt und offenbart es sich."
    "Warte nur auf diese Geburt in dir,
    so findest du alles Gute und allen Trost,
    alle Wonne und alle Wahrheit."

    Meister Eckhart: Wo Gott keinen Namen hat

    Daß ein Mensch ein ruhiges Leben hat, das ist gut; daß ein Mensch ein mühevolles Leben mit Geduld erträgt das ist besser; -aber daß man Ruhe hat - in einem mühevollen Leben, das ist das allerbeste.

    Meister Eckhart: Wo Gott keinen Namen hat

    Möchte man alles wissen, könnte man auch versuchen, den Wind zu fangen..

    Meister Eckhart

    Wer die Kunst besäße und die Macht,
    dass er die Zeit und alles,
    was in sechstausend Jahren geschehen ist,
    und noch geschehen wird bis an das Ende,
    wieder zusammenziehen könnte
    in ein gegenwärtiges Jetzt -
    das wäre "Erfüllung der Zeit".
    Das ist das Jetzt der Ewigkeit,
    wo die Seele in Gott
    alle Dinge neu und frisch
    und gegenwärtig macht,
    mit all der Lust,
    wie ich sie nun
    am sinnlichen 'Hier und Jetzt' habe.

    21.12.07 20:04, kommentieren

    a, der Grund .. ..

    a, der Grund .. ..


    Wenn wir den Grund unseres Glaubens angeben sollten,
    was würden wir sagen? Einige gaben hier schon eigene Befindlichkeiten an.
    Als Theologiestudenten würde uns Paulus einfallen;
    1Kor3,11 „Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus!“

    Aber haben wir wirklich IHN als Grundlage?
    Oder doch nicht mehr den Gedanken an IHN.
    Wenn ich verheiratet bin, (ich bins, aber als Beispiel),
    oder du, Mensch, mit deiner Freundin, dann ist das schöne am anderen doch nicht der Gedanke an ihn, oder
    das ich mich gut fühle, oder besser dadurch zurecht komme. Das hieße doch den anderen ausnützen.
    Sondern die Person selbst.
    Klar kann ich außerdem noch an sie/ihn denken und habe ein verschönertes Leben. Aber das ist nicht die Grundlage.
    Die ist sie/ER selber. Aber nicht ein gedachter, gefühlter Gott.
    Wie echt ist ER?
    Und 2. Haben wir nicht mehr als die Welt? Gott kommt als Mensch zur Erde. Und fährt wieder in den Himmeln.
    Sein Geist ist hier. Manche erleben den, manche nicht. Ob sogenannte Christen oder sog. Atheisten. Sie erleben alle den Geist. Ist meine Liebe der Maßstab?
    Als wir geboren wurden als Menschen, da haben wir nichts mitgetan. Wir waren als Babys ganze Menschen.
    Wir durften etwas dazu bekommen, das uns die Befähigung gab, besser mit uns umzugehen.
    Aber alles lag schon in ihm, dem Babymenschen. Es musste nicht reifer werden ein Mensch zu sein.

    Jetzt haben wir oft in unserem Christsein Reifegrade als Grund unseres Glaubens.(immmer mehr wie du..ect.)
    Doch dann beginnt irgendwann bei jedem: wir stellen mehr und mehr schockierend fest;
    WIR SIND NOCH GAR NICHT GEBOREN!


    "Prüfet ob ihr im Glauben seid.

    19.12.07 17:39, kommentieren

    schmerz

    "Kein Schmerz ist gewollt.
    Und doch schreie ich: Dein Wille geschehe.
    Weil du es besser weißt, und doch
    ich will keine Erklärung, nur das
    der Schmerz vielleicht bald vorbei ist, doch
    wenn er vorbei ist, frag ich, ist es jetzt wirklich schon
    gut? Habe ich
    genug gelitten?, weil
    du hast doch einen Sinn damit! Nein, den Schmerz
    will ich nicht zurück, aber hoffentlich
    hast du mich
    nicht zu früh verschohnt mit dem Ende, denn
    ich will dort hingelangen, wo du mich willst,
    und ich weiß, der Schmerz ist ein
    Teil deiner Führung, die mir
    nicht gefällt, wenn ich den Schmerz
    spüre, aber den ich immer
    wieder schreiend gehen will,
    weil deine Ziele sind
    mir wichtiger als ich mir selbst

    14.12.07 21:48, kommentieren

    Wer ist denn dieser König der Ehren?

    Wer ist denn dieser König der Ehren?



    Autor: Amroe  



    Luther, freikirchlicher Glaubensväter wie Darby, Brockhaus, Wesley und andere
    sind nicht Gott!
    Das Evangelium Gottes ist Jesus Christus.
    Nicht was wir oder andere davon halten.
    Maßstab ist SEINE Person.
    Zum Ausdruck möchte ich bringen, das wir im christentum längst das Messer am Hals haben, auf dessen Knauf steht:

    #2Tim 3,7 immerdar lernen und doch nie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen können.#

    Unsere eigenen Lehrspielereien um nicht wirklich das Recht Gottes, Seine Ehre- und damit unsere Vernichtung, unseren Tod auf uns zu nehmen, unser Kreuz- damit verstecken wir unsere Sünde!
    Das möchte ich zum Ausdruck bringen. Begnadigte Sünder ist ein Widerspruch. Begnadigte sind Erlöste. Ansonsten sind wir nur wissende seiner Gnade und erleben etwas davon.
    Aber Erlöste sind es. Wie Christus selbst. Phil. 2

    Eph 4,14 damit wir nicht mehr Unmündige seien, umhergeworfen und herumgetrieben von jedem Wind der Lehre, durch die Spielerei der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen,
    2Tim 4,3 Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich nach ihren eigenen Lüsten Lehrer anhäufen werden, weil sie empfindliche Ohren haben;

    1 Kommentar 7.12.07 10:48, kommentieren