Archiv

Wie definiert sich Ewigkeit?

  • Wie definiert sich Ewigkeit?
  • Das die Bibel Gottes Wort ist, ist ein Totschlaghinweis, wenn sie nicht
    von uns geschrieben wird
  • Die Lehre von Gott als Helfer ist Einseitig, wenn diese nicht in der
    Frohbotschaft von Christus gründet
  • 11.1.08 18:46, kommentieren

    kein "Christ" des Christentums!

     kein "Christ" des Christentums!  

    Jemand schrieb:
      ein konsequenter Glaube am Ende zwangsläufig in eine Sackgasse führt

    Meine Antwort:
    Genau das habe ich anders erlebt!
    Ich bin übrigens auch kein "Christ" des Christentums!
    Ich war einer, so wie du ihn hier und da beschreibst.
    Genau das habe ich auch erwägt!
    Du bezeichnest den Glauben an Gott als ´fiktiven Geborgenheit´, ´ein durchaus notwendiger Lückenbüßer´, ´wahnhaften Illusionen´ und ´kindlichen Wunschgebilden.´

    Ich habe mich vor 6 Jahren von diesem Gott getrennt! Oder um genauer zu sein,
    ich wusste, das ich zu dem G´tt, von dem Jesus Christus sagt(in der Bibel) das er sein Vater ist, zuviel Eigenes dazu gemacht hate in den letzten 15 Jahren. Es war mein trauriger Abschiedsbrief. Ich war traurig, wie wenn man einer Freundin Abschied gibt, obwohl man sehr an ihr hängt.

    Was war geschehen? Kurz. Ich lernte einen Gott kennen, der da war ohne das ich ihn kannte, der etwas an mir machte, ohne das er mir eine Predigt, ein Wort gab!

    Lange schon empfand ich mich als Störenfried für mich selbst, der eher glauben wollte, das er einer Selbsthypnose erlegen ist, selbsttäuschung ect.
    Gott musste stärker sein, als irgend ein Selbstgespräch!

    Mit Hilfe von Predigten von Leuten aus dem 12. und 14. Jahrhundert
    erlebte ich Gläubige, die das waren was sie redeten. (auch wenn ich nur las, bemerkte ich es.)

    Ich bin den Weg mit dem Unbekannten Gott bis zu Ende gegangen und heraus kam meine Erlösung. Obwohl das alles nicht von mir forciert wurde.
    Ich interessierte mich nämlich nur noch für Gott, um Gottes Willen.

    Hier breche ich mal ab.
    _________________
    es grüßt d@gobertr

    # Christen müssten ´nicht erlöster aussehen´,
    sondern Erlöst Sein! #
    http://www.youtube.com/watch?v=cyheJ480LYA

    http://www.theinterviewwithgod.com/flash/IWG_net.swf

    11.1.08 22:35, kommentieren

    Demas an Paulus-und meine Antwort

    Athen, 12.08.0063

     

    Lieber Paulus!

    Ich grüße Dich herzlich und wünsche Dir Trost und Beistand in Deiner jetzigen Drangsal. Durch den Tychikus habe ich erfahren von Deiner Gefangenschaft in Rom.

    Es tut mir wirklich leid, dass ich Dir von mir selbst nichts erzählen kann, das Dir jetzt Trost und Zuversicht geben könnte, denn nach wie vor haben sich meine neu gewonnenen Ansichten und Erkenntnisse, was den Glauben betrifft, nicht geändert, sondern eher sogar noch. vertieft. Doch ich kann mir vorstellen, dass Du ohnehin eigentlich schon viel Ermunterung und Milderung im Gefängnis erfährst durch die guten Nachrichten von der Verbreitung des Evangeliums in allen Ländern. Deshalb möchte ich es wagen, Dir noch einmal meine Fragen und Zweifel zu erklären, was den Glauben betrifft - vorausgesetzt Du willst Dir überhaupt die Zeit nehmen, mich anzuhören. Ich habe zwar nicht die Hoffnung, Dich von meinem Standpunkt zu überzeugen, aber vielleicht kann mein Brief bei Dir und anderen Brüdern zumindest etwas mehr Verständnis und Weitherzigkeit bewirken.

    Durch Deinen zweiten Brief an Timotheus habe ich erfahren, dass Du ihn informiert hast darüber, dass ich mich in Korinth von Dir getrennt habe. Wörtlich schreibst Du in diesem Brief: „Demas hat mich verlassen, da er den jetzigen Zeitlauf liebgewonnen hat“. Deine Beschreibung für meinen Beweggrund ist interessant und sogar durchaus zutreffend. Dennoch scheint sie mir etwas einseitig und ich bedaure, dass Du nur diesen einen Grund erwähnt hast, obwohl ich Dir doch auch viele andere nannte für meinen Entschluss. Ich habe daher den Eindruck, dass Du noch nicht ganz verstanden hast, dass ich Dich nicht etwa aus Schwachheit oder Gleichgültigkeit verlassen habe, sondern aus einer festen Überzeugung heraus, die in den letzten Jahren in mir herangereift ist. Ich möchte Dir deshalb in diesem Brief noch einmal darlegen, wie es zu all dem kam, was für entscheidende Schlüsselerlebnisse ich hatte und welche Überlegungen mir nach und nach kamen in diesen Zeiten der Anfechtung. Zugleich möchte ich eine Abschrift von diesem Brief auch anderen Christen zusenden, um sie einzuladen, sich auch einmal kritisch mit ihrem Glauben auseinanderzusetzen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es viele Brüder gibt, die auch schon ähnliche Zweifel und Anfechtungen gehabt haben wie ich, jedoch nie den Mut hatten, sie einmal konsequent zu Ende zu denken, sondern sie statt dessen verdrängt haben aus Angst sich zu versündigen.

     

    Wer ich war und wie ich wurde

    Doch bevor ich damit beginne, Dir von meiner geistlichen Verwandlung (griechisch „metamorphoo&ldquo zu erzählen, möchte ich zunächst Dir - und zugleich allen anderen Lesern dieses Briefes - ins Gedächtnis rufen, dass ich wirklich von Anfang an ein echter und aufrichtiger Christ gewesen bin, wenn auch mit vielen Schwächen behaftet - wie alle anderen auch. Denn schon höre ich böse Zungen, die von mir sagen: „Der Demas hat vielleicht nie eine echte Bekehrung und Erneuerung erlebt, es war sicherlich alles nur angelerntes Kopfwissen, aber nie ein totaler Zerbruch vor Gott, der ihn zum Bekenntnis all seiner Sünden und damit zur Befreiung von seinen Gebundenheiten geführt hätte.“ Wenn auch Du vielleicht solches von mir denken solltest, so will ich mich gerne Dir gegenüber rechtfertigen, so wie auch Du es schon oft vor den Korinthern tun musstest, weil sie die Echtheit Deiner Berufung in Frage stellten. Du erinnerst Dich sicher noch daran, wie ich damals vor 14 Jahren zu den wenigen gehörte, die in Athen zum Glauben fanden, nachdem Du auf dem Areopag das Evangelium verkündet hattest. Ich war damals noch sehr jung und lernte In den Schulen der epikureischen und stoischen Philosophen. Nebenbei beteiligte ich mich wie jeder andere am damaligen Götzendienst und lebte ungehindert nach meinen jugendlichen Lüsten. Doch irgendwie spürte ich damals eine Leere in meinem Leben und ich sehnte mich nach einem sinnvolleren und erfülltem Leben.

    Ausgerechnet in dieser geistigen Krise hörte ich Dich in Athen predigen von dem neuen, ewigen Leben durch Jesus Christus, und mir wurde sofort klar: das ist der Weg! Diesem Herrn will ich folgen, denn nur Er allein spricht die Wahrheit. Unter Tränen tat ich Buße und bat Gott um Errettung von meiner Sündenschuld. Es dauerte nicht lange, da veränderte sich auch mein Lebenswandel: Ich hatte kein Gefallen mehr an den sündhaften Dingen meines früheren Lebens und warf alles auf den Müll, was mich wieder zur Sünde hätte verleiten können. Statt dessen verbrachte ich jeden Tag im Gebet und im Lesen der Heiligen Schrift. Ich wurde getauft im Namen Jesu Christi und bald darauf wurde ich um meines Glaubens willen verachtet, verspottet und verfolgt. Sogar meine Mutter warf mich aus dem Haus, sobald ich 18 Jahre alt wurde, weil sie meinen Eifer für Gott nicht länger ertragen konnte. Um des Glaubens willen brach ich meinen Schulbesuch ab und lernte ein einfaches Handwerk. All meine ungläubigen Freunde verließen mich, aber ich gewann neue durch den Glauben. Im Laufe der Jahre lernte ich die HI. Schriften immer besser kennen, so dass ich auch selbst begann zu predigen und geistliche Schriften zu verfassen zur Erbauung für die Geschwister. Mein Dienst für Gott führte mich sogar in ferne Länder und durch meine Evangeliumsverkündigung kamen andere Menschen zum Glauben und wurden getauft.

    Doch im Laufe der letzten Jahre ließ das Feuer der „ersten Liebe“ immer mehr nach, und ich begann, wieder heimlich und z. T. mir selbst unbewusst mich an den Dingen der Welt zu erfreuen. Ich hatte immer weniger Lust zum Beten und zum Lesen in der Schrift und machte mir über meinen geistlichen Stand ernsthafte Sorgen. Auch den Kampf gegen die fleischlichen Lüste führte ich mit immer weniger Überzeugung und gab ihn am Ende ganz auf. Ich redete mir ein, dass Gott unendlich viel Geduld mit mir habe und viel Verständnis für meine Schwachheiten; dabei belog ich mich jedoch selber, denn die Hl. Schriften reden ja von einem ganz anderen Wesen Gottes. Ein Bruder war sogar der Meinung, ich sei womöglich von Dämonen besessen, da ich ihm bekannte, dass ich auch immer mehr Zweifel hegte, ob ein Leben ohne Sünde überhaupt möglich sei. Aus Angst vor derlei Einschüchterungen verschwieg ich anderen Brüdern meine Not und gab mich weiterhin als treuen und konsequenten Gläubigen aus. Manchmal gelang es mir immer wieder zeitweise sehr treu zu sein, aber ich fiel letztlich immer wieder in die Sünde zurück und bat Gott zum ungezählten Male wieder um Vergebung.

    So ging es Monate lang immer weiter, und obwohl ich Gott anflehte, Er möge mir doch aus diesem elenden Kreislauf heraushelfen, änderte sich doch nichts, es wurde statt dessen immer schlimmer. Am Ende zweifelte ich sogar schon, ob ich überhaupt noch ein Kind Gottes sei, oder ob Gott mich nicht vielmehr schon längst verworfen habe. Schließlich war ich es leid, ständig in dieser Heuchelei vor anderen Gläubigen zu leben. Ich wollte endlich wahrhaftig sein und mein Herz vor anderen Brüdern ausschütten, um zu sehen, ob sie mir vielleicht irgendwie helfen können. Insgeheim interessierte mich dabei die Frage, ob es ihnen nicht vielleicht genauso erginge wie mir und sich vielleicht auch nur schämten, ihren wahren Zustand vor anderen zu bekennen. Ich dachte, wenn ich vielleicht mit gutem Beispiel voranginge und meine Fleischlichkeit schonungslos bekenne, dann würden sie vielleicht auch den Mut haben, aus sich herauszukommen. Dieser Einschätzung lag der Verdacht zugrunde, dass es in Wirklichkeit vielleicht gar keinen großen Unterschied gibt zwischen den Gläubigen und den Ungläubigen, außer dass die Ungläubigen unwissend sind über die geistliche Welt, aber sich sicherlich auch bekehren würden, wenn sie dasselbe mit Gott erlebt hätten wie ich. Auf der anderen Seite erschien mir der eifrige Gehorsam der Gläubigen eher als ein Phänomen am Anfang eines Glaubenslebens; das durchaus verständlich war aufgrund der begeisterten Freude darüber, ein neues Leben mit Christus führen zu können. Tatsächlich stellte ich dann bei meinen Befragungen vieler Brüder fest, dass sie im Grunde alle mehr oder weniger mit denselben Problemen und Anfechtungen zu kämpfen hatten wie ich und dass auch ihr Eifer im Laufe der Jahre erheblich nachgelassen hatte. Es ist so, wie Du einmal den Römern gegenüber bekannt hast in Deinem Brief: „Das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen dessen, was recht ist, finde ich nicht“. Durch diese Feststellung wurde ich also in meiner Vermutung bestätigt, und ich begann, weitere Überlegungen anzustellen, um herauszufinden, ob es außer dem Glauben wirklich noch einen gewichtigen Unterschied gibt zwischen einem Gottlosen und einem Jünger Jesu. Ich untersuchte z. B. die Behauptung, dass ein Kind Gottes ja ständig in einer innigen Gemeinschaft zu seinem himmlischen Vater steht, während die Ungläubigen Gottes Handeln ja nicht erleben und erfahren aufgrund ihres Unglaubens. Dabei fiel mir auf, dass sich viele Ereignisse auch auf ganz natürliche Weise erklären ließen, ohne dabei auf Gott verweisen zu müssen. Das bedeutete, dass es im Grunde heute auch keine echten Wunder mehr gab, dass heißt Dinge, für die es keine natürliche Erklärung gibt. Wenn wir Christen also heute zufällig ein „Wunder“ erleben, dann ist es doch in Wirklichkeit nur eine rein subjektive, gefühlsmäßige Deutung für eine uns unerklärliche Begebenheit oder für die lang ersehnte Erfüllung eines Wunsches, die wir aus einem Gefühl der Dankbarkeit Gott zuschreiben möchten. Wie oft aber geschieht es, dass wir uns mit einem ganz konkreten Anliegen an Gott wenden, und Er erhört unsere Bitte nicht, obwohl wir Ihn noch so sehr anflehen? Wie oft habe ich z. B. Gott angefleht, dass er doch meine Frau von ihrer Krankheit heilen möge oder ihr doch zumindest Linderung von ihren Schmerzen schenken möge! Aber warum hat Gott nach so vielen Jahren noch immer nicht unsere Bitte erhört? Ich habe mich immer wieder gefragt: Gibt es dafür eine vernünftige Erklärung?

     

    Meine ersten Zweifel

    Am Ende tröstete ich mich mit den Worten aus Jesaja, dass Gottes Gedanken höher sind als unsere Gedanken und dass wir eben vieles nicht begreifen können, was Gott tut. So musstest ja auch Du erst kürzlich Epaphroditus und Trophimus krank zurücklassen, ohne sie mit Gottes Vollmacht heilen zu können, was Dir ja früher durchaus gelungen war. Aber mir ist klargeworden, dass es ja auch bei den Gottlosen wundersame Krankenheilungen gibt, häufig einfach nur bedingt durch Willenskraft und Selbstbeeinflussung. Man kann auch nicht sagen, dass wir Christen mit mehr Glück und Gelingen gesegnet werden als die Ungläubigen. Im Großen und Ganzen ist es also doch nur der Glaube, der uns von den Ungläubigen unterscheidet. Wenn aber doch der Glaube eine Gabe Gottes ist - wie Du selbst es immer wieder bezeugt hast - warum hat Gott diesen Glauben nicht auch den anderen Menschen geschenkt? Diese Frage ließ mich nicht mehr los; so stellte ich mich wie einst Abraham vor Gott hin und bekannte vor ihm meine zweifelnde Frage: „Sollte der Richter der ganzen Erde nicht gerecht richten?“ Und wenn das so ist, warum werden dann die anderen Menschen deshalb bestraft mit der ewigen Verdammnis, nur weil sie keinen Glauben von Gott empfangen haben? Welche Schuld haben sie denn auf sich geladen? fragte ich mich damals. Verdiente ich nicht eine viel schlimmere Strafe als sie, gerade weil ich - im Gegensatz zu ihnen - von einer ewigen Höllenstrafe weiß und dennoch dieselben Sünden begehe wie sie? Zudem musste ich ja an mir erkennen, dass ich im Grunde kaum etwas gegen meine sündhaften Neigungen und Verhaltensweisen tun kann, ebensowenig wie ich mich vor geistigen Irrtümern oder falschen Meinungen bewahren kann, die in mir durch meine Umwelt geprägt wurden. Wenn mir aber aus Gnade Vergebung meiner Sünden zuteil wurde, warum begnadigt Gott dann nicht auch gleich alle anderen Menschen? Je mehr ich darüber nachdachte, wurde mir traurig zumute, denn ich konnte mich des Eindrucks nicht verwehren, dass solch eine ungleiche Behandlung im Grunde ungerecht sei. Ich weiß, dass Du in Deinen Predigten und Briefen Dich eher zurückhältst und der Frage nach der Bestrafung der Ungläubigen lieber aus dem Wege gehst. Nur einmal, wenn ich mich recht erinnere, hast Du diese Frage aufgegriffen in Deinem Brief an die Römer. Dort hast Du erklärt, dass die Ungläubigen sich nicht ausreden können, denn schon allein durch die Schöpfung muss jeder aufrichtige Mensch zugeben, dass es einen Gott geben muss. Aber gibt es nicht auch viele Menschen, die sich einfach nie über Gottes Existenz Gedanken gemacht haben, vielleicht einfach deshalb, weil sie in einer Umgebung aufgewachsen sind, wo ihnen niemand von Gott erzählt hat? Und dann gibt es ja auch noch Milliarden von Menschen, die sehr wohl an einen Gott glauben, aber einer ganz anderen Religion angehören, in der man nichts vom Herrn Jesus weiß? Warum werden diese Menschen mit der ewigen Verdammnis dafür bestraft, dass sie nicht an den richtigen Gott geglaubt haben und nichts vom Evangelium Jesu Christi wussten?

    Einige Brüder, denen ich diese Fragen stellte, halfen sich mit der Behauptung, dass der Herr möglicherweise gar nicht von einer „ewigen Strafe“ sprach, denn das Wort „aioonion“ bedeutet ja eigentlich „äonisch“, d. h. eine auf Äonen (Zeitalter) bezogene Zeit, die möglicherweise irgendwann einmal endet. Abgesehen davon, dass sich diese Erklärung als nicht ganz logisch erwies, hinkt sie doch auch aufgrund einer weiteren Überlegung: Selbst wenn die Höllenstrafe nicht unendlich lange dauern wird, sondern nur ein paar tausend Jahre - ändert das denn die grundlegende Frage, ob die Ungläubigen überhaupt irgend eine Strafe verdienen? Könnten denn solche Menschen nach einer so langen Zeit von unvorstellbar grauenhaften Qualen überhaupt noch Gott lieben und sich Ihm dankbar und versöhnlich in die Anne werfen? Klingt denn eine solche Vorstellung nicht viel zu zynisch und makaber, als dass wir sie einem weisen Gott zuschreiben dürften? Trauen wir Gott wirklich zu, dass Er sich auf eine solch grausame und unverhältnismäßige Weise die Menschen gefügig macht, um Ihn dann zu lieben? Soll darin die unendlich große Weisheit Gottes bestehen, dass Er - der uns die Rache verboten hat - anstatt uns ein gutes Vorbild zu sein, sich selbst an den Ungläubigen rächt durch maßlos übertriebene Folterqualen, um ihren Willen zu brechen, so dass sie Ihm am Ende als völlig willenlose, verängstigte und verstörte Kreaturen zu Füßen kriechen? Ich frage noch einmal: Worin besteht denn der Unterschied zwischen ihnen und uns? Wenn Gott uns gnädig gewesen ist, dass wir Ihn erkennen durften, warum hat Er sich nicht auch ihnen zu erkennen gegeben, damit sie gläubig wurden? Warum hat Er nur uns auserwählt und nicht gleich auch alle Menschen auf einmal errettet? Warum hat Er in der Schöpfung überhaupt uns der Gefahr ausgesetzt, dass der Mensch in Sünde fallen konnte und dadurch sein ewiges Glück verlöre?

    Diese Fragen beunruhigten mich immer mehr, zumal ich keinen Ausweg sah aus diesem geistlichen Dilemma. Auch die Auffassung, dass die Höllenstrafe vielleicht nur sehr kurz und schmerzlos sei, sozusagen eine Art Besserungsanstalt, bot mir keinen richtigen Halt, da sie den Aussagen des Herrn Jesus widersprach, - oder sollte ich es etwa wagen, Seine Worte in Frage zu stellen oder die Aussagen Seiner Zeugen? -? So blieb mir nur übrig, immer wieder in Demut Gott anzuflehen so wie Hiob: „Was ich nicht sehe, zeige Du mir“. Zeige mir auf, was ich übersehen habe, oder was ich einfach nicht weiß (Jer. 33, 3), damit ich wie Thomas wieder neuen Glauben schöpfen kann. Manche Brüder wiesen mich darauf hin, dass ich nur kindlich glauben solle, wie unser Herr gesagt hat, dann würde ich es schon irgendwann einmal verstehen. Aber stellen nicht gerade auch Kinder viele Fragen und hinterfragen immer wieder die Dinge, die für Erwachsene selbstverständlich sind oder über die sie sich noch nie Gedanken gemacht haben?

     

    Gottes Heil für alle Menschen

    Zu meiner Verwunderung erlebte ich in jener Zeit sehr vieles, was mir weiterhalf auf meiner Suche nach der Wahrheit. Die Ereignisse überschlugen sich förmlich, und mir war, als ob Gott selbst sich aufgemacht hätte, um mir den richtigen Weg zu weisen. Ich fühlte mich regelrecht gedrängt in meinen Gedanken, die mir wie eine Unterweisung immer neue Einsichten zu Tage förderten. Was zuvor undurchsichtig und dunkel erschien, kristallisierte sich zu einer immer deutlicheren Klarheit aus, so dass sich meine Zweifel in Gewissheit verwandelten. Nach und nach vielen mir die Scheuklappen und Schuppen von den Augen und eine umwerfende Freude erfüllte mein Herz. Auf einmal wusste ich, dass Gott alle Menschen liebt und in Sein Heil mit eingeschlossen hat. Ich sah in den Ungläubigen keine Hunde und Schweine mehr, sondern meine Brüder und Schwestern, die von Gott genauso geliebt werden wie ich. Ein Stein fiel mir vom Herzen, und ich begann damit, auch anderen Brüdern von meiner neuen Erkenntnis zu berichten.

    Wie erwartet stießen meine Gedanken bei den Brüdern auf große Bestürzung und Widerspruch. Man warf mir vor, ich hätte mich zu sehr mit den Schriften der ungläubigen Philosophen beschäftigt und deshalb sei ich ganz verwirrt. Ich entgegnete, dass es mir vielmehr wie Jonathan erginge, der von dem verbotenen Honig gekostet habe und dessen Augen danach klar geworden sind. Für mich begann ein neues Leben, und ähnlich wie bei meiner ersten Bekehrung sah ich diese grundlegende Erneuerung meines Denkens durchaus als Gottes Führung an: Ich zog aus auf Gottes Geheiß ohne zu wissen, wohin Er mich führen würde. Ich sah es nicht so, dass ich umgekehrt sei auf dem geistlichen Wege, sondern dass ich vielmehr einen Schritt weiter hinaufgestiegen sei auf den Berg Zion. Du selbst hast die geistliche Umwandlung und Erneuerung ja immer gerne mit dem Wachstum eines Kindes verglichen: Gott musste die Kinder Israel erst in Strenge und Härte erziehen durch das mosaische Gesetz, das jedem die Verdammnis androhte, der nicht vollen Gehorsam leisten würde. Aber so wie Du den Galatern schriebst, wollte Gott eigentlich insgeheim damals nur, dass wir unsere Unfähigkeit zum Gehorsam eingestehen und Ihn um Gnade bitten. Und so ist es auch jetzt: Gott sandte uns Jesum, um uns Seine Liebe und Güte kundzutun. Er musste den Menschen aber auch mit Strafen drohen, wenn sie sich weiterhin gleichgültig gaben, damit sie ihr Heil nicht in anderen Wegen suchten. Insgeheim aber will Gott niemanden verdammen, sondern nur unser Interesse auf Ihn lenken. So mag Gottes Plan durchaus hinterlistig und widersprüchlich erscheinen, doch entscheidend ist vielmehr das Ergebnis. Der Zweck heiligt die Mittel, vorausgesetzt natürlich, dass es an sich keine bösartigen Mittel sind, die im Widerspruch zu dem guten Zweck gestanden hatten. Dies kann man aber von Gott nicht sagen, der lediglich die Unwissenheit der Menschen berücksichtigt hat, um ihnen entsprechend ihrem Lernprozess zur rechten Zeit das offenbarte, was zu ihrem Wohle diente. Dies musste auch Jonas lernen, dem Gott die Unmündigkeit und Hilfsbedürftigkeit der Menschen vor Augen führen musste. Solange wir aber noch geistige Kinder sind, brauchen wir noch Strafandrohungen, sobald wir aber Erwachsene sind, durchschauen wir die Absicht unserer Eltern und erkennen im Nachherein, dass sie es nur gut mit uns meinten. Um Sein Erziehungsziel mit uns zu erreichen, hat Gott sich möglicherweise aller bestehenden Religionen bedient, und dennoch will Er, dass jeder einzelne in seiner eigenen Religion äußerste Treue beweist.

     

    Die Bibel - Anspruch und Wirklichkeit

    Solche Überlegungen lassen sich natürlich nur schwerlich mit den Aussagen der Heiligen Schrift in Einklang bringen, und ich möchte nicht zu den vielen zählen, die dem Worte Gewalt antun und es auf unzulässige Weise dehnen, nur damit sie den Anschein erwecken können, dass ihre eigenen Gedanken mit den Worten der Heiligen Schrift übereinstimmen. So stand ich unweigerlich vor der Wahl, ob ich auch weiterhin festhalten wolle an der Lehre von der buchstäblichen Inspiration der Heiligen Schrift und damit ihrer Unfehlbarkeit oder dass ich vielmehr der Überlegung Raum gab, dass die Schrift - unter Gottes Zulassung und Kontrolle - ein vom menschlichen Geist geschriebenes Buch sei, das den geistigen Einflüssen ihrer Zeit unterworfen war. Dies würde zumindest vieles erklären, was uns heute Kopfzerbrechen bereitet und unerklärbar scheint. Kann es nicht durchaus möglich sein, dass wir bisher diese Schwierigkeiten verdrängt haben, weil sie nicht in unser harmonisches Bild passten von dem uns geschenkten Buch Gottes?

    So fragte ich mich zunächst: Warum habe ich überhaupt je daran geglaubt, dass die Heilige Schrift Gottes Wort sei? Meine Antwort ist: Ich habe nachgedacht und beim Lesen der Schriften festgestellt, dass sie mir eine harmonische Erklärung für alle Lebensbereiche bieten, sowohl für solche, die meiner eigenen Realität und Wahrnehmung nahe kommen, als auch solchen, die außerhalb meines Wissens und meiner Erfahrung stehen, z. B. das Leben nach dem Tod. Das biblische Weltbild klang mir einfach und plausibel. Es war für mich damals auf meiner geistigen Suche nach Wahrheit und Weisheit „aller Annahme wert“. Später erst musste ich mir von der Heiligen Schrift erklären lassen, dass diese Annahme nicht auf meinem eigenen Wollen und Wirken gegründet war, sondern durch den Heiligen Geist, aufgrund der vorausgehenden Auserwählung Gottes. Hier nun fing der Glaube an, d. h. bei den Dingen, die außerhalb von unserer menschlichen Wahrnehmung stehen. Objektiv gesehen ist der Glaube also nichts anderes als die Annahme von angebotenen Wunschvorstellungen, die unserem Einbildungsvermögen erwachsen. Ob diese Annahme nun von Gott gewirkt ist oder nicht, ist eine ganz andere Frage. Ich glaube dies schon. Nun könnte man aber denken, dass diese Annahme ein Verführungswerk des Teufels sei und dass in Wirklichkeit Zeus der wahre Gott sei, bzw. Prometheus der Erretter. Zumindest glauben dies Millionen von Griechen im ganzen Mittelmeerraum. Wenn wir aber von der Götterfamilie bei Homer lesen, stoßen wir auf ein unseres Erachtens disharmonisches, elendiges Weltbild, in welchem sich Zeus - ähnlich dem alttestamentlichen Gottesbild JHWHs - als eifersüchtiger, kriegerischer, launenhafter und Menschen ähnlicher Gott darstellt, der von seinen Untertanen bedingungslose Unterwerfung erwartet. Dieses Gottesbild ist für uns unannehmbar geworden, es widerspricht unserem Harmonieverständnis, unseren Hoffnungen und Wunschvorstellungen. Das christliche Gottes- und Weltbild hingegen strahlt viel mehr Wärme und Geborgenheit aus und ist in weiten Teilen durchaus auch nachvollziehbar.

    Doch es dauerte nicht lange, dass ich Ungereimtheiten in der Schrift fand, sowohl den Schriften des Alten Bundes als auch in den Evangelien. Zunächst versuchte ich diese Tatsache zu verdrängen, aber sie ließ mir keine Ruhe, so dass ich die Brüder um Erklärungen bat. Ich fragte sie z. B., warum bei Markus und Lukas jeweils nur von „einem“ besessenen Gadarener, „einem“ Blinden von Jericho (Bartimäus) und „einem“ EselsfüIIen die Rede ist, wo doch der Schreiber Matthäus bekanntlich von zwei Gadarenern, zwei Blinden von Jericho und zwei Eseln beim Einzug in Jerusalem spricht. Meine Vermutung war, dass der Matthäusbericht historisch ungenau sein muss, denn auch in Matth. 27, 9 finden wir eine Ungenauigkeit, wo von „Jeremia“ die Rede ist, wo es doch eigentlich „Sacharja“ heißen muss, von dem das Zitat stammt. Die Brüder waren sehr wütend über meine Frage und unterstellten mir, ich wollte durch meine Fragen die Glaubwürdigkeit der Bibel an sich anzweifeln. Eine hilfreiche Erklärung für diese offensichtlich fehlerhaften Stellen konnten sie mir jedoch nicht liefern, so dass ich mich damit abfinden musste, dass es eben nun einmal noch viele offene Fragen gab.

    Im Laufe der Jahre entdeckte ich noch viele andere Ungenauigkeiten oder gar Widersprüche, die ich einfach als „schwierige Stellen“ abtat, mit denen ich mich nicht näher auseinandersetzen wollte. Auch in Deinen eigenen Worten entdeckte ich zuweilen Fehler, die mich allerdings nicht weiter störten, solange es sich nicht um Widersprüche in Lehraussagen handelte. Um ein kleines Beispiel zu nennen: Nachdem Dir - wie Du sagst - bei Deiner Bekehrung der Herr erschienen ist, schrieb Lukas von dieser Ereignis: „Die Männer aber, die mit ihm des Weges zogen, standen sprachlos, da sie wohl die Stimme hörten, aber niemanden sahen “. Später schreibt Lukas jedoch, dass Du zu der Volksmenge in Jerusalem sprachst: „Die aber bei mir waren, sahen zwar das Licht..., aber die Stimme dessen, der mit mir redete, hörten sie nicht“. Welcher von beiden Berichten ist nun wahr, da sie sich doch offensichtlich widersprechen? Es mag sein, dass Du Dich einfach nur beim Reden vertan hast, aber Du darfst es auch niemandem verdenken, wenn er Deinen Bericht aufgrund seiner Widersprüchlichkeit ganz und gar als erfundenes Märchen abtut. Der Heilige Geist jedenfalls hätte wohl kaum zugelassen, dass Du Dich dermaßen verplapperst.

    Jesus soll einmal gesagt haben: „Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so werdet ihr zu diesem Berge sagen: Werde versetzt von hier dorthin! Und er wird versetzt werden; und nichts wird euch unmöglich sein“. Es ist demnach klar, dass jemand, der einen Berg nicht durch bloßen Befehl in Bewegung zu versetzen vermag, nicht zur Bruderschaft der Gläubigen gerechnet werden kann. Genauso wenig kann jemand errettet werden, wenn er nicht seine Eltern hasst bzw. wenn er nicht allem entsagt, was er hat (Luk. 14, 23), oder wenn er sich nicht die Hand abschlägt oder die Augen ausreißt, wenn diese ihm zur Sünde verleiten. Solche und andere einschüchternden Drohungen finden wir in den Evangeliumsberichten, so dass es in Anbetracht der menschlichen Schwäche praktisch als unmöglich erscheint, ins Himmelreich zu gelangen. Das Evangelium verheißt zwar dem Sünder Gnade, doch im Grunde nur für sein bisheriges Leben, denn wenn sich sein Leben nicht entscheidend verändert durch den Glauben, dann wird er genauso wie alle anderen Menschen in die Hölle geworfen. Unter dem Strich läuft die „Gnade“ also doch wieder auf eine Werkegerechtigkeit hinaus und hat daher nur eine motivierende Funktion. So hat Jakobus ganz recht, wenn er schreibt, dass der Glaube „ohne Werke“ tot ist. Wenn dies auch hart klingt, so ist es zumindest ehrlicher, als zu behaupten, dass wir aus Glauben und nicht aus Gesetzeswerken gerechtfertigt werden, denn wenn man der Sache auf den Grund geht, entscheidet doch nach wie vor unser Gehorsam zum Wort, ob wir gerettet werden oder nicht. Daher sehe ich einen Widerspruch zwischen Deinem Brief an die Römer und den Briefen von Jakobus und Johannes. Wollte man die Aussage von Johannes ernst nehmen: „Jeder, der aus Gott geboren ist, sündigt nicht“, dann ist wohl niemand wirklich aus Gott geboren und folglich wird auch niemand gerettet.

    Man würde jedoch einen groben Fehler machen, wenn man die Heilige Schrift aufgrund ihrer kleinen oder großen Widersprüche in Bausch und Bogen verwirft. Wie viel Gutes hat sie mir und vielen anderen Menschen schon geschenkt, wie viel Trost und Zuspruch in Zeiten der Bedrängnis! Ist es nicht auch Dir damals so ergangen als Du damals als Heranwachsender zu den Füßen Gamaliels zum ersten Mal die Schriften durchforschtest, dass Du überwältigt warst von der Fülle an Klarheit und Plausibilität, dass Dir gar nichts anderes übrig blieb, als die Heilige Schrift wie eine Braut in Dein Herz zu schließen? Was sollte Dir auch damals Anlass gegeben haben, Zweifel zu hegen, wo Du doch den Glauben an den Gott Israels mit der Muttermilch aufgesogen hast? Mit den Jahren kam dann die Gewohnheit hinzu, Du hast es Dir bequem gemacht in dem traditionellen Weltbild Deiner Väter, längst hatte sich für jede schwierige Bibelstelle eine geeignete Erklärung gefunden, die jede unpässliche Aussage zurechtstutzt, damit sie wieder in das angestammte Welt- und Gottesbild hineinpasst. Ihr Juden seid ja geradezu Künstler der Exegese, wenn auch manche Auslegungen wirklich an den Haaren herbeigezogen scheinen. Aber hast Du nicht selber einmal gesagt: „Wir erkennen stückweise, und wir prophezeien stückweise, wenn aber das Vollkommene gekommen sein wird, so wird das was stückweise ist, weggetan werden. Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind, als ich ein Mann wurde, tat ich weg was kindlich war.“ Ich habe Dich damit so verstanden, dass Du versuchst, Dir aus vielen kleinen Teilen einen Reim zu bilden, um auf eine einigermaßen nachvollziehbare und beweiskräftige Schlussfolgerung zu kommen, die im Einklang ist mit anderen Lehren der Schrift. Ein unreifes Kind, von dem Du sprichst, hat z. T. noch sehr kindische, unnüchtern und unsachliche Vorstellungen von den Dingen, die es erlebt. Wenn Du jedoch selbst zugibst, dass Deine Suche nach Wahrheit in aller menschlicher Schwachheit und Unvollkommenheit geschieht, warum hältst Du es dann nicht für möglich, dass es den Autoren der Heiligen Schrift nicht anders erging wie Dir, so dass sich auch viele unreife und irrtümliche Vorstellungen der Menschen einschlichen, ohne dass ihre Widersprüchlichkeit sofort bemerkt wurde? Ist es nicht durchaus glaubhafter, dass sich diese Männer Gottes zwar außerordentlich bemühten, aber dennoch Irrtümer hatten in ihrer Lehre, so wie es uns heute genauso passieren könnte? Es ist wohl deshalb auch kein Wunder, dass es heute - 30 Jahre nach Jesu Tod - an die 60 verschiedene Evangeliumsberichte gibt, die längst nicht alle miteinander übereinstimmen. Jakobus schrieb: „Seid nicht viele Lehrer, meine Brüder, denn wir alle straucheln oft.“ Jakobus gibt also zu, dass er und die anderen Apostel oft in der Lehre geirrt haben. Das Wollen ist vorhanden, und sicher wird auch heute jeder Prediger von der hoffnungsvollen Erwartung ausgehen, dass Gott seine Worte inspiriert hat oder sie zumindest zu seiner Absicht gebrauchen wird.

    Demnach könnte die Heilige Schrift ungefähr so entstanden sein: Ein Vater hatte Angst, dass seine Kinder einmal die überlieferten, legendenhaften Erzählungen seiner Väter stückweise vergessen oder verfälscht weitergeben könnten; und so begann er, sie aufzuschreiben. Das stückhafte „Wissen“ wurde nach und nach ergänzt durch eigene Überlegungen, die den Wert der Berichte heben sollten. Bestehende Ungereimtheiten wurden aus dem Text herausgenommen oder durch Ergänzungen erklärt. In diesem . Sinne ist vielleicht auch die Feststellung des Psalmisten zu verstehen: „Die Worte des HERRN sind reine Worte... siebenmal geläutert“. Wenn sie nicht Verunreinigungen enthalten hätten, wäre es nicht nötig gewesen, sie immer wieder zu reinigen. Dennoch ist alles menschliche Werk auch nach ständig wiederholter Revision unvollkommen, so dass nach wie vor viele Ungereimtheiten übersehen wurden.

     

    Die Botschaft Gottes - nur für Einfältige?

    Ist es nicht im höchsten Maße widersinnig, wenn Gott dem Menschen, den er selbst geschaffen hat, die Kenntnis des Unterschiedes von gut und böse vorenthält? Wollte Gott den Menschen denn wirklich in einer solchen Dummheit belassen, die ihn unfähig macht, das Böse zu meiden und dem Guten nachzustreben? Sollte der Mensch denn nicht an vernünftiger Einsicht teilhaben, die ihn doch erst zum göttlichen Wesen macht? Jeder Vater hat von Natur ein Interesse daran, dass seine Kinder so früh wie möglich gut und böse unterscheiden, es ist einfach ein zwingendes Erziehungsziel. Demgemäß war der Einfluss der Schlange auf die menschliche Entwicklung eher ein wohltätiger und keineswegs ein verderblicher. Der Schreiber des Genesisbuches unterstellt Gott, er habe den Menschen zur Einfalt und Schwachsinnigkeit erschaffen. Wenn man solch einer Erzählung von Gott glauben wollte, müsste man Gott als missgünstig ansehen. Denn sobald er den Menschen zu vernünftiger Einsicht gekommen sah, vertrieb er ihn aus dem Paradies. Jeder Diktator versucht zu verhindern, dass sein Volk durch Klugheit die Dummheit seines Herrschaftssystems durchschaut, damit sie sich nicht gegen ihn auflehnen. Folgende Worte wurden Gott in den Mund gelegt: „Siehe, der Mensch ist geworden wie unser einer, zu erkennen Gutes und Böses; und nun dass er seine Hand nicht ausstrecke und nehme von dem Baume des Lebens und esse und lebe ewiglich!“ Solche Erzählungen strotzen meiner Meinung nach nur so von Gotteslästerung. Man hat den Eindruck, Gott wollte nicht, dass der Mensch durch sein menschliches Unterscheidungsvermögen erst zum richtigen Menschen wird, sondern dass er auf dem Niveau von Tieren bleiben solle. Dies alles zeugt von argem Neid und übergroßer Missgunst.

    Nun lehrst Du ja selber auch, dass Gott ein Gott der Dummen und Zurückgebliebenen sein will und dass es noch eine Weisheit gibt, die höher und erhabener ist als die sog. „Weisheit der Welt“. Darf ich Dich fragen: Die „Weisheit der Welt“ - ist sie von Gott oder von Menschen? Letztlich hat Gott doch gerade diese geschaffen, damit der Mensch aus seiner geistigen Finsternis heraustritt und Recht und Wahrheit erkennt, um danach zu handeln. Folglich kann Gott sie nicht als Torheit ansehen, sondern schlimmstenfalls als eine „begrenzte Weisheit“. Was kann der Mensch aber wirklich über das Natürliche hinaus erkennen, ohne dass es Spekulation, Projektion oder Suggestion sei? Sokrates sagte schon: „Die Klügste ist, die weiß was sie nicht weiß“, d. h. wer aufrichtig ist, muss zugeben, dass es viele Dinge gibt, die er nicht wissen kann, weil sie sich seinem Erfahrungsbereich entziehen. Daher ist es eine viel größere Klugheit, wenn ich mir und anderen dieses Unvermögen eingestehe, anstatt dass ich Spekulationen betreibe und meine „Erkenntnisse“ anderen als „Wahrheit“ verkaufe. Hier in Athen hast Du ja mit Deinem Evangelium auch nicht viel Erfolg gehabt, denn die griechischen Gelehrten durchschauen sehr schnell, wenn sich eine Lehre nicht auf logischen Beweisgründen stützt, sondern auf seelisch - religiösen Wunschvorstellungen. Daher hast Du Dich wohl gekränkt gefühlt und zum Kahlschlag ausgeholt, indem Du gleich alle sog. „menschliche Weisheit“ blindlings verworfen hast. Machst Du Dir da nicht etwas vor, wenn Du feststellst, dass Gott die Dummen und Einfältigen der Welt auserwählt hat, damit er die Intelligenten zu Schanden mache? Ist es nicht weitaus naheliegender, dass die Dummen und Einfältigen nur deshalb an das Evangelium glauben, eben weil sie dumm, einfältig und leichtgläubig sind?

    In Deiner Vermessenheit gehst Du sogar so weit zu behaupten, dass Deine Kritiker die Wahrheit Deiner Lehre nicht erkennen können, weil es nur durch den Heiligen Geist erkannt werden kann. Betrügst Du Dich damit nicht selber? So eine Begründung ist einfach feige und dumm. Sie klingt wie eine faule Ausrede, wenn einem nichts mehr einfällt und man aus Bequemlichkeit und Feigheit einen kritischen Dialog für beendet erklären will. Mit solch einer Logik könnte man jeden Unfug rechtfertigen. Aber Unsinniges und Widersprüchliches kann nicht einfach mit dem Heiligen Geist geheiligt werden. Wenn eine Sache wirklich wahr ist, dann ist sie für alle Menschen wahr, d. h. zumindest nachweisbar oder nachvollziehbar. Daher müsste es besser heißen: Glückselig sind, die nicht geglaubt, sondern gesehen haben! Ich kann ja vieles glauben und hoffen, aber ich muss mir immer eingestehen, dass ich es nicht wirklich weiß. Glaube und Wissen widersprechen sich und können daher nicht einfach dasselbe bedeuten. Insofern kann der Glaube auch nie eine „Überzeugung“ sein, denn dann wäre es kein Glaube mehr, sondern ein Wissen. Es klingt einfach ein wenig anmaßend, wenn Du die Begriffe „glauben“ und „wissen“ immer wieder leichtfertig austauschst. So schreibst Du z. B.: „Ich will aber, dass ihr wisset...“ - richtig müsste es doch eigentlich heißen: „Ich will bzw. wünsche mir aber, dass ihr glaubt, dass...“, dann wärest Du ehrlicher gewesen. Denn das, was die Korinther oder Römer „wissen“ sollten, waren nicht etwa für jedermann zugängliche Wissens-Informationen, sondern absolute Glaubensdinge. Wer hierin nicht den klaren Unterschied erkennt und nicht eine eindeutige, klare Sprache spricht, ist ein Falschspieler, der in seiner wahnhaften Arroganz die Einfältigen verführt und der Willkür Tür und Tor öffnet.

    Leider hat Deine Methode, den Glauben an das Evangelium als ein von Gott verordnetes Wissensgut auszugeben, heute viele Anhänger und Nachahmer gefunden, so dass ich keine Zweifel habe, dass Du mit Deiner „frohen Botschaft“ viel Erfolg haben wirst. Es wird ja heute schon den kleinen Kindern in der Wiege der Name Jesu als Retter der Welt vorgesungen. Jeden ersten Wochentag wird das Evangelium immer und immer wieder den Gläubigen in einschläfernder Weise eingebleut, bis sie es in und auswendig kennen. Und das Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Und wenn es dann einmal für Milliarden von Menschen zum einzig entscheidenden Wissensgut“ geworden sein wird, wird allein dieses schon ausreichen, um als ewig gültige, göttliche Wahrheit angesehen zu werden. Sollten sich denn Milliarden von Menschen irren? Sollte all ihr Gottesdienst und ihre Gebete denn vergeblich gewesen sein? Dabei kommt es niemandem suspekt vor, dass Gott heute die Gebete gar nicht mehr akustisch beantwortet, wie er es angeblich früher getan hat. Und warum tut er es heute nicht mehr? Man ist geneigt zu fragen (ähnlich der Ironie Elias): Ist Gott heute etwa beleidigt, dass er nicht mehr mit uns reden will? Wie naiv müssen wir sein, zu glauben, Gott würde heimlich auf der Lauer liegen, um zu testen, ob wir auch ja jeden morgen brav unsere „stille Zeit“ im verschlossenen Kämmerlein verrichten, damit wir dafür einmal eine genaustem registrierte Belohnung bekommen! Das hat schon nichts mehr mit Glauben zu tun; das ist wahnhafter Aberglaube!

     

    Ist Gott ein grausamer Tyrann?

    Du hieltest meine Überlegungen damals für Frevel, als ich sie Dir das erste Mal vortrug. Du warfst mir vor, ich hätte von der verbotenen Frucht gegessen und müsse nun das Paradies des kindlichen Glaubens verlassen. Doch ich entgegnete Dir, dass ich meine Erkenntnisse und Einsichten als mir von Gott geschenkt betrachte, so wie auch Du es für Dich in Anspruch nimmst. Und so wie wir gibt es noch Tausende anderer Menschen in den verschiedenen Religionen, die alle für sich in Anspruch nehmen, Gott erkannt zu haben, und alle dienen Ihm entsprechend ihrer Erkenntnis. Doch lehrt uns der Herr, dass alle Menschen verdammt würden, wenn sie nicht an das Evangelium glauben. Dieser Gedanke war für mich immer unerträglicher geworden: Sie sollen dafür büßen, dass sie sich geirrt haben, dass sie nicht den „richtigen Glauben“ von Gott empfangen haben, dass sie mit dem Verstand, den Gott ihnen gegeben hat, nicht erkannt haben, dass unter den vielen Glaubensarten nur eine die richtige und wahre ist. Du hast mir damals erwidert, dass der Mensch für sein Tun und seine Entscheidungen verantwortlich ist, weil Gott ihm eine völlig autonome Entscheidungsfreiheit gegeben habe. Dennoch sprichst Du aber auch im Römerbrief von der souveränen und willkürlichen Auserwählung Gottes. Auf der einen Seite sagst Du also, dass Gott den Menschen Entscheidungsfreiheit gegeben hat, weil er keine Marionetten als Diener will, sondern nur solche, die Ihn freiwillig lieben. Auf der anderen Seite schreibst Du auch, dass es nicht von dem „wollenden Menschen“ abhinge, ob Gott ihn begnadigt oder verdammt, sondern allein an Gottes souveränen Willen („Wen Er will, begnadigt Er, und wen Er will, verhärtet Er... Oder hat der Töpfer nicht Macht über den Ton, aus derselben Masse ein Gefäß zur Ehre und ein anderes zur Unehre zu machen?&ldquo. Findest Du nicht, dass hier ein Widerspruch vorliegt? Wird der Mensch nun gerettet aus seinem eigenen Willen oder aufgrund des Willens Gottes? In jedem Fall wäre Gott jedoch der Verursacher des menschlichen Schicksals, denn auch den menschlichen Willen hat Gott ja geschaffen. Wenn man aber bedenkt, dass die allermeisten Menschen - nach den Aussagen des Herrn - wegen ihrer Verfehlungen und Irrtümer in die Hölle kommen, so könnte man diese Entscheidungsfreiheit als ein „vergiftetes Geschenk“ bezeichnen. Gott hätte in seiner Allwissenheit wissen müssen, dass die Mehrzahl der Menschen Ihn in der biblischen Form nicht (an)erkennen würde, und in seiner Allmacht hätte er verhindern können und müssen, dass sie aufgrund dieses Tatbestandes in die Hölle kommen. Ein Vater, der seine Kinder liebt, wird seinen Brunnen mit einem Deckel verschließen und nicht zulassen, dass sie am Brunnen spielen, auch wenn er sie dafür in ihrer Entscheidungsfreiheit einschränken muss.

    Gott hätte es also verhindern können, dass der Mensch vor Ihm schuldig wird, und dennoch will Er ihn bestrafen. Auch Du hast diese Ungereimtheit längst erkannt und sie einmal in der Frage formuliert: „Warum bestraft Er noch? Denn wer hätte Seinem Willen widerstanden?“ Aber diese Frage hast Du nicht beantwortet, sondern bist ihr ausgewichen, indem Du von der Souveränität Gottes sprichst, angesichts welcher kein Mensch das Recht habe, Gottes Handeln anzuzweifeln. Du darfst aber nicht übersehen, dass die Frage nach Gottes Gerechtigkeit eine der entscheidendsten Fragen überhaupt ist, denn von Ihr hängt letztlich ab, in welch einer Beziehung wir zu Gott stehen. Ist Gott wirklich ein willkürlicher, grausamer, eitler und eifersüchtiger Despot, unter dessen Schreckensherrschaft nur eine kleine, ihm ergebene Elite begünstigt wird, der aber alle Menschen verdammt, die ihm nicht bedingungslosen Gehorsam erweisen? Oder ist Gott einem Volksdiener vergleichbar, der ein Interesse daran hat, dass seine Untertanen sein Handeln verstehen und nachvollziehen können, damit sie ihn dann freiwillig lieben oder ablehnen können. Ein Herrscher jedoch, der ein Progrom gegen all seine Kritiker ankündigt, es aber noch nicht einmal für nötig hält, seinem Volke sein Handeln verständlich zu machen, hat seine Glaubwürdigkeit und Seriösität verspielt und muss sich nicht wundern, wenn er abgesetzt wird.

    Der Philosoph Epikur hat einmal dieses Problem der „theodikaiosynee“ (Gottesgerechtigkeit) analysiert, d. h. die Frage nach dem Zusammenhang zwischen einem als allwissend, allmächtig und allgütig vorausgesetzten Gott und dem vielen Übel und Leid in der von diesem Gott geschaffenen und vorhergesehenen Welt und kam dabei zu folgender Feststellung:

    „Entweder will Gott die Übel in der Welt beseitigen, kann es aber nicht.
    (Dann ist er schwach, also kein Gott.)

    Oder Er kann es und will es nicht.
    (Dann ist er missgünstig, also kein Gott.)

    Oder Er kann es nicht und will es nicht.

    Oder Er kann es und will es (wie es sich allein für einen Gott gehört)
    - woher kommen dann die Übel in der Welt?“

    Auch ein anderer Philosoph versuchte mal, eine Lösung zu finden, wie man sich das Böse in der Welt erklären könne, ohne dabei Gott eine Schuldhaftigkeit anzulasten. Er kam dabei zu dem Schluss, dass unsere Welt mitsamt ihrem ganzen Elend „die beste aller möglichen Welten“ sei, d. h. dass Gott nach gründlicher Abwägung aller denkbaren Welt-Modelle zu dem Ergebnis kam, dass nur eine Welt wie diese allen Kriterien weitestgehend gerecht werde und somit eine bessere Welt gar nicht möglich gewesen wäre.

    Bei aller Bewunderung, die ich für diesen Versuch habe, Gottes Handeln zu rechtfertigen, kommen mir jedoch arge Zweifel auf Soll diese Welt wirklich „die beste aller möglichen Welten“ sein? Gab es nicht viel bessere Möglichkeiten? Z. B. hätte Gott uns Menschen doch von vornherein mit einer tiefen Einsicht und dem Verständnis seines Willens schaffen können, so dass wir Gottes Gedanken erkennen und dankbar annehmen können. Er hatte uns sozusagen von Anfang an gleich in den Zustand der Neuen Schöpfung“ durch den Heiligen Geist erschaffen können, dann wäre keiner verloren gegangen, sondern alle Menschen hätten sich wie im Zustand der ewigen Herrlichkeit von jeher an Gott erfreut - ohne den unsäglich grausamen Umweg der Sünde und der göttlichen Strafgerichte erdulden zu müssen. Und genauso auch der Sühnetod Jesu - wem ist denn durch diesen Genugtuung widerfahren? Wer hat im Kreise der Engel auf eine derartige Sühne bestanden? Wenn doch Gott allein Macht hat über alI seine Kreaturen - für wen wurde dann dieses Passions-Spektakel inszeniert? Jesus soll ja einmal gesagt haben, dass es Gott nicht unmöglich sei, einen Reichen zu retten (auch wenn es angeblich leichter sei, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr schlüpfe). Hier stellt sich aber doch die Frage: Wenn es Gott grundsätzlich möglich ist, einen Menschen, den er retten will, auch zu retten, warum rettet er dann nicht einfach so die ganze Menschheit? Wozu musste Jesus so viele Wunder tun? Wem zuliebe musste er sich erst noch opfern am Kreuz? Wozu der ganze Aufwand? Hätte nicht auch schon ein Machtwort Gottes genügt, um alle Gerechtigkeit wieder herzustellen? Hätte es dann wohl noch irgend jemanden gegeben, der Gott einen Vorwurf gemacht hätte? Hätte Gott etwa von irgendwo her Kritik fürchten müssen, wenn er es anders gemacht hatte? Wozu soll Gott angeblich den Glauben an das Evangelium als Heilsvoraussetzung verlangen? Was ist das für eine Geheimniskrämerei, die mit einer so heilsnotwendigen Wahrheit betrieben wird? Wenn Gott den Menschen wirklich überzeugen wollte, bräuchte er ihnen nur klare, deutliche, beweiskräftige Dinge zu zeigen, und sie werden aufgrund der Offensichtlichkeit überzeugt werden; hierzu braucht er keine Wunder, die Wahrheit allein ist hinreichend, um die Menschen zu gewinnen. Ein berühmter Philosoph hat einmal gesagt: „Die Begebenheiten, für die nur einige Menschen zeugen können, genügen nicht, um eine Religion zu beweisen, die von allen gleichermaßen geglaubt werden soll. Eine einzige Beweisführung macht mir mehr Eindruck als fünfzig Begebenheiten. Dank dem außergewöhnlichen Vertrauen, das ich zu meiner Vernunft habe, ist mein Glaube nicht dem erstbesten Scharlatan preisgegeben.“

    ende teil 1

    12.1.08 19:24, kommentieren

    teil 2 Demas an Paulus

    Dieses fast schon Menschen ähnliche Gottesbild finden wir immer wieder in der Bibel. Wir haben uns im Verlauf der Jahre an die ungerechten Grausamkeiten der biblischen Berichte gewöhnt und sind kaum mehr in der Lage, sie kritisch und objektiv zu beurteilen. Nehmen wir z. B. auch mal Achan: es war sicherlich ein unfaires und Gemeinschaft schädigendes Verhalten, dass er sich nicht an eine von allen akzeptierte und befolgte Vereinbarung gehalten hat, indem er fremdes Eigentum stahl. Aber war es deshalb gerechtfertigt, über ihn die Todesstrafe zu verhängen? Und warum sollten denn mit ihm auch seine völlig unschuldigen Söhne und Töchter gesteinigt und verbrannt werden, zumal Gott doch an anderer Stelle versprach, dass die Kinder nicht wegen der Sünden der Eltern zur Verantwortung gezogen werden sollen (4. Mose 14, 31 / Hes. 18, 20) Und welchen Sinn hatte denn außerdem noch die Tötung seines unbeteiligten Rind- und Kleinviehs? War's nicht eine völlig unsinnige und gar schon barbarische Aggression? Und warum mussten um seinetwillen unschuldige Männer sterben beim Versuch, die Stadt Ai zu erobern, wo sie doch gar nichts wissen konnten von Achans Sünde, sondern voller Zuversicht und Vertrauen waren in Gottes Verheißung? Warum mussten die Bewohner Kanaans überhaupt vertrieben und ermordet werden? Hatten sie durch ihre selbstbestimmte Lebensgestaltung ihr Recht auf Leben verwirkt? Warum hatten die Israeliten nicht die Freiheit, sich mit den Kanaanitern auf eine friedliche Koexistenz zu einigen? Kann man aus all diesen zweifelnden Fragen nicht schließen, dass die Menschen damals sehr grausam und kriegslüstern waren und ihre menschenfeindlichen Ansichten auf Gott übertrugen? Musste Abraham wirklich Gott erst dadurch seine Loyalität beweisen, dass er seinen Sohn schlachten und verbrennen sollte? Was für ein barbarischer Gott soll das sein! Ist es nicht eine Zumutung für einen vernünftigen, zivilisierten Menschen, ein solches Gottesbild anzunehmen? Könnte man da nicht genauso gut auch an Wotan glauben, den germanischen Kriegsgott, der dem biblischen Gott JHWH an Grausamkeit in nichts nachsteht?

     

    Wer glaubt wird selig

    Du wirst nun zu mir sagen: Wer nicht an das Evangelium glaubt, der ist nur zu bedauern, denn Gott meint es ja nur gut mit uns! Ja, das glaube ich auch: Gott will nur unser Bestes! Deshalb ist es doch eher unwahrscheinlich, dass Gott den meisten Menschen den Zugang zum Glück so sehr erschweren wird durch die Forderung des Glaubens an ein in mancherlei Hinsicht unglaubwürdiges Buch. Wozu überhaupt der Glaube, wenn eindeutige Erklärungen und Belege viel mehr bewirken würden? Und selbst wenn die Schrift wirklich wahr wäre und Gottes Wort, an das ich glaube, heißt das noch lange nicht, dass ich mit Gottes Plan einverstanden sein muss. In diesem Fall muss mir Gott doch die Möglichkeit geben, mich gegen seine Absichten zu entscheiden, wenn sie mir unvernünftig vorkommen, ohne dass ich wegen meiner bewussten Ablehnung gleich zu ewiger Verdammnis verurteilt werde. Wie anders wollte Gott sonst aufrichtiges Lob empfangen von all seinen Geschöpfen, wenn dieses Lob nicht aus eigener Überzeugung kommt, sondern erzwungen wurde? Manche Brüder behaupten ja sogar, dass Gottes Werke nicht um seiner Güte willen gut und lobenswert seien, sondern schon allein aufgrund seines Willens. Aber warum soll man ihn für seine Werke loben, wenn er bei entgegengesetztem Tun genauso lobenswürdig wäre? Ist dies nicht vielmehr der Ruhm eines Tyrannen, wenn das Belieben des Mächtigen als solches schon gerecht ist?

    Warum will Gott denn überhaupt ewiges Lob und Anerkennung von all seiner Kreatur? Wenn ein Mensch so sehr auf Lob und Anerkennung von seinen Mitmenschen erpicht ist, vermuten wir, dass er unter Minderwertigkeitskomplexen leidet und deshalb um die Gunst seiner Mitmenschen buhlt. Auch wenn ein Ehemann ständig eifersüchtig ist und immer wieder Liebesbeweise von seiner Frau einfordert, dann würden wir eine seelische Störung vermuten, die das Eheleben auf die Dauer zerstört. Oder wenn speziell ein Herrscher sein Volk stets bespitzelt und jede noch so geringste Untreue hart bestrafen lässt, dann tut er das deshalb, weil er seinem Volk misstraut und Angst hat, das ihm die Macht aus seiner Hand entgleitet. All diese Verhaltensmerkmale sind aber eines wahren Gottes unwürdig, weil sie ihn auf das Niveau eines unsicheren und verängstigten Menschen degradieren. Leider deuten die biblischen Erzählungen immer wieder auf solch einen eifersüchtigen, nachtragenden und beleidigten Gott hin, der ständig unserer Anerkennung bedarf. Die Schreiber der Heiligen Schrift haben uns ein Gottesbild gemalt, das Gott als einen eitlen, launenhaften und rachsüchtigen Despoten darstellt. Je mehr man sich auch bemüht, ihn als gerecht hinzustellen, beweist doch alles was man von ihm sagt nur seine Ungerechtigkeit, seine tyrannischen Launen, seine oft grausamen .Eigenwilligkeiten, seine unheilvolle Intoleranz gegen den größten Teil der Menschen. Wir lesen stets von einem „weisen Gott“, der sich wie ein Unsinniger gebärdet, der sein eigenes Werk zerstört, um es wiederherzustellen, der das bereut, was er getan hat, der so handelt, als habe er nichts vorausgesehen, der gezwungen ist, all das zuzulassen, was seine Allmacht doch hätte verhindern können.

    Den heidnischen Völkern wurde ein Gott gepredigt, der sich so sehr erzürnte über seine ersten Geschöpfe, weil sie von einer Frucht gegessen hatten, dass er sie und all ihre Nachkommenschaft zum Leiden verurteilte, dann aber, als eben diese Nachkommen Seinen eigenen Sohn tötete, darüber so erfreut war, dass Er allen vergab. Hinzu kommt noch, dass der Gott, welcher Nachsicht und Vergebung jeder Schuld, bis hin zur Feindesliebe vorschreibt, keine übt, sondern vielmehr in das Gegenteil verfällt. Den durchaus verständlichen Unglauben und die Ablehnung der meisten Menschen gegen einen solch menschlichen „Gott“ kann Gott angeblich nicht akzeptieren, sondern lässt durch seine Anhänger Rache als sog. „Wohlkunde“ verkünden. Ein in seinem Stolz gekränkter Gott möchte sich rächen an seinen Kritikern und möchte die belohnen, die ihm blind und leichtgläubig vertraut haben und um seinetwillen auf alle Annehmlichkeiten des Lebens verzichtet haben, nur um ihm ihre Treue zu beweisen. Dies alles sind abergläubige Wahnvorstellungen, die den wahren Gott nicht ehren, sondern verunglimpfen, denn solche niederen Gemütsbewegungen sind eines Gottes nicht würdig. Doch selbst wenn die Bibel die Menschen wirklich glücklicher macht - dann dürfte Gott die Ungläubigen doch nicht auch noch bestrafen, sondern müsste sie trösten und entschädigen dafür, dass sie auf Erden nichts von dem Glück der Erlösten erleben durften, sondern wegen ihrer unverschuldeten Unfähigkeit zum Glauben ihr Leben lang sich mit den niederen und vergänglichen Freuden der Welt begnügen mussten. Hingegen müssten die Gläubigen dafür bestraft werden, dass sie Gott zugetraut hatten, dass er den Großteil seiner Schöpfung wie ein bösartiger Tyrann für immer und ewig zur schrecklichen Verlorenheit und Gottesferne verdammt im qualvollen Feuer der Hölle. Dabei hatten die allermeisten noch nicht einmal Gelegenheit, sich mit dem Evangelium auseinanderzusetzen, weil es ihnen noch nicht einmal verkündet wurde. Stattdessen sind sie in einem anderen Kulturkreis aufgewachsen mit einer ganz anderen Religion, deren Lehre im eklatanten Widerspruch zur Lehre der Schrift steht. Sollen diese nun dafür bestraft werden, dass sie die Religion ihrer Väter nicht als Betrug durchschaut haben und dass sie durch die Natur und ihr Gewissen nicht zur Erkenntnis Christi Jesu gelangt sind? Ich frage mich nur, ob Du auch dann heute Christ wärest, wenn Du im fernen China geboren worden wärest.

     

    Warum wir glauben

    Hast Du Dich eigentlich schon einmal gefragt, was aus Dir geworden wäre, wenn Du in Deiner Kindheit nie von Gott gehört hättest? Ein Philosoph hat einmal gesagt: „Wenn es keinen Gott gäbe, müsste man einen erfinden!“ In Deinen Ohren mag das wie Spott klingen, aber ist Dir denn nie aufgefallen, dass der Glaube an Gott auch Ausdruck eines seelischen Bedürfnisses ist? Gott ist der Ausdruck des menschlichen Wunsches, in das Leben Sinn hineinzutragen. Nicht etwa dass das Leben ohne Gott an sich schon sinnlos wäre. Würden denn die Menschen auch dann noch aus ihrer Natur heraus an Gott glauben, wenn ihr Leben natürlicherweise ewig wäre? Vielmehr ist es also der Tod, der den Menschen sinnlos erscheint, weshalb sie durch Gott an ein ewiges Leben glauben wollen. Doch der Mensch glaubt nicht an die Unsterblichkeit, weil er an Gott glaubt, sondern er glaubt an Gott, weil er an die Unsterblichkeit glaubt, weil er ohne den Gottesglauben den Unsterblichkeitsglauben nicht begründen kann. Wir können also sagen, dass unser Glaube zu einem ganz wesentlichen Teil in unserem Seelenleben verankert ist, das insbesondere durch unsere Kindheitserlebnisse geprägt wird. Die Liebe und Treue unserer Eltern nahmen uns die Schuldgefühle und bot uns eine Schutzmacht gegen die bedrohlich wirkende Außenwelt Jedoch waren Autoritätshörigkeit und Liebesentzug der Preis unseres Gefühls von Geborgenheit. All unsere unerfüllten Erwartungen an einen Vater, der nie für uns da war, haben wir unbewusst auf einen allzeit gegenwärtigen Gott übertragen, um jederzeit ein elternähnliches Gegenüber zu haben. Die Ängste, die wir als Kinder vor der elterlichen Ferne ausgestanden haben, sind für uns heute Hölle und Teufel. Diese Angst blockiert nicht nur das Denken, sie verbietet es geradezu. Deshalb schriebst Du auch einmal: „Wir nehmen jeden Gedanken gefangen unter den Gehorsam des Christus“.

    Gerade die Psalmen sprechen wunde und verletzte Stellen in unserer Seele an, deshalb finden wir sie letztlich als ansprechend und glaubhaft. Jesus sagte einmal: „Wenn jemand Seinen (Gottes) Willen tun will, so wird er von meiner Lehre wissen, ob sie aus Gott ist oder ob ich von mir selbst rede“. Diese Feststellung wird von den meisten Brüdern dahingehend ausgelegt, dass gesagt wird: Wer aufrichtig ist, müsste eigentlich die rechte Lehre erkennen. Aber wenn wir mal genau auf die Aussage achten, dann geht es hier eben gerade nicht um Aufrichtigkeit (d. h. neutrale objektive Meinungsbildung), sondern um eine unterwürfige, blinde Voreingenommenheit gegenüber einem suggerierten „Willen Gottes“: Wer schon von vornherein gewillt ist, sich einem „göttlichen Willen“ bedingungslos zu unterwerfen, der ist gar nicht mehr in der Lage, an den als „Worte Jesu“ ausgegebenen Worten Zweifel zu hegen. Jesus hätte ja auch sagen können: „Wenn jemand ganz nüchtern und unvoreingenommen meine Lehre prüft, ob sie in sich schlüssig ist und im Einklang ist mit allen Erkenntnissen der Weisen von jeher, der wird zu dem Schluss kommen, dass ich die Wahrheit rede.“ Diese Bescheidenheit finden wir jedoch nicht bei Jesus, statt dessen aber immer wieder die Berufung auf seine göttliche Sendung. Viele Menschen trauen ihrem eigenen Urteils- und Unterscheidungsvermögen nicht und wählen daher lieber den bequemeren Weg eines vorgefertigten Weltbildes, das sie dann vorbehaltlos übernehmen. Hinzu kommt noch die die Eitelkeit ansprechende Verheißung, zu den Auserwählten zu gehören.

    Ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass der Glaube an das Evangelium im Grunde eine Verdrängung der eintönigen Realität des Alltags ist und die Flucht in eine suggerierte Märchenwelt. Es ist der Traum, von einer verlorengegangenen Heimat aus alter Zeit, einer „goldenen Stadt“, die nur noch im Herzen existiert, das verlorene Paradies und die Hoffnung, dass dieses wieder neu erstehen wird, wenn man sich nur entsprechend bemüht. Dieser Traum hat schon von jeher die Menschenseelen erfüllt, gab ihnen Halt und Zuversicht, wenn sie sich von den erschreckenden Ungewissheiten des Lebens bedroht fühlten (siehe die symbolische Stillung des Sturms durch den Herrn). Das ist im Grunde der Ursprung aller Religionen und Ideologien: die Flucht aus der langweiligen und Sinn entleerten Gegenwart hinein in die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Die Frage nach dem Woher und Wohin steht nicht mehr wie eine erdrückende Ungewissheit im Raum, mit ihr wurden auf einen Schlag auch gleich so viel andere Fragen beantwortet. Mit einem Schlag tritt der einzelne aus seiner Bedeutungslosigkeit heraus und gewinnt an unverhofftem Gewicht: er erfährt, dass sein Dasein schon vor Beginn der Zeit geplant war, dass es mit einem Mal nicht mehr belanglos ist, was er tagtäglich tut, da er jede Minute beobachtet wird und sein Verhalten einmal von höchster Stelle beurteilt wird. Da soll es einen Gott geben, der einmal von jedem einzelnen Menschen Rechenschaft fordert über jedes unnütze Wort, das er während seines Lebens einmal gesprochen hat! Welch ein unglaubliches Interesse! Ein Interesse an Milliarden von Worten, gesprochen von all den Milliarden Menschen, die während Tausender von Jahren einmal gelebt haben! Wie lange mag solch ein Gericht wohl andauern? (Und welch einen Sinn soll es haben?)

     

    Der Teufel

    Der Teufel ist die urkindliche Angst des Menschen vorm „Schwarzen Mann“. Früher diente er den Menschen als Denkmodell, um die Grausamkeit und die Unberechenbarkeit der menschlichen Geschicke zu erklären. Gott konnte es ja nicht sein, weil Gott gut sein muss, also musste es ein Widersacher sein, ein von Gott abgefallener Engel - das passt gut, denn dadurch trifft Gott keine Schuld. Bis heute hat sich der Glaube an den Teufel bewährt als Fehlerkonto der göttlichen Geschicke. Besonders nützlich erweist sich der Teufel, wenn es darum geht, die ketzerischen Gedanken eines Andersdenkenden zu erklären: Der Teufel hat ihn eben verblendet, er hat sich vom Teufel betrügen lassen oder hat sich gar schon zum Werkzeug des Teufels machen lassen. Das passt immer wieder ins eigene Konzept, denn dadurch bleibt einem die eigene Welt in harmonischer Ordnung. So wie Gott muss deshalb auch der Teufel als gefügiges Erklärungsmodell herhalten überall auf der Welt zur gleichen Zeit bei allen menschlichen Parteiungen. Je mehr man ihn braucht, desto mehr existiert er. Je mehr man von ihm redet, desto realer wird er.

     

    Und was ist mit Jesus?

    Nachdem sich das Volk Israel ein Gesetz erarbeitet hat, hatte es erst mal für einige hundert Jahre Ruhe, denn der Zusammenhalt des Volkes war gesichert, das änderte sich jedoch, als das Volk später durch die Assyrer und Chaldäer in Gefangenschaft geriet, für die sich glücklicherweise eine plausible Erklärung fand. Nach der Gefangenschaft fing das Volk an, langsam auseinanderzufallen: Die meisten Israeliten kehrten nicht in ihr Land zurück, sondern vermischten sich mit den anderen Völkern, und auch der Überrest wurde durch viele Belagerungen der feindlichen Völker immer schwächer. Als Israel am Ende auch noch von den Römern besetzt wurde, da musste einfach etwas geschehen, damit die Geschichte fortgeschrieben worden konnte. Die Zeit war reif für einen „Retter“! Nach und nach wurde Jesus von Nazareth dann von seinen Anhängern zu dem aufgebaut, was er heute für sie ist. Auf ihn wurden die Hoffnungen und Sehnsüchte von so vielen Menschen projiziert - hätte es ihn nicht gegeben, hätte man irgend einen anderen gefunden, der seine Stelle einnehmen sollte.

    Jesus strahlt eine unvergleichbare Schönheit aus für die Seele, man denke nur an das stumme, gedemütigte und von allen verlassene Gotteslamm am Kreuz! Wie konnte ich mich schon mit diesem Jesus-Bild identifizieren. Aber wie passen dazu seine Gerichtsandrohungen und seine für Menschen praktisch unerfüllbaren Forderungen nach Vollkommenheit? ,,Jene, meine Feinde, die nicht wollten, dass ich über sie herrschen sollte, bringet her und erschlaget sie vor mir“. Immer wieder finden wir bei ihm eine rachsüchtige Wut auf jene Menschen, die auf seine Predigten nicht hören wollten - eine bei Predigern nicht ungewöhnliche Haltung, die aber die höchste Vortrefflichkeit etwas in Frage stellt. Sokrates z. B. ist den Menschen gegenüber, die nicht auf ihn hören wollten, höflich geblieben, und meiner Meinung nach ist diese Haltung eines Weisen viel würdiger als die der Entrüstung. Zu den Leuten, die mit seiner Lehre nicht einverstanden waren, sagte Jesus einmal: „Schlangen! Otternbrut! Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen?“ Kann ich mit solch einer Ausdrucksweise noch Menschen überzeugen, die mich vielleicht nur missverstanden haben? Gerade fromme Menschen reagieren äußerst sensibel, wenn man ihnen mit der Hölle droht. Einmal sagte er sogar: „Wer wider den Heiligen Geist reden wird, dem wird nicht vergeben werden, weder in diesem Zeitalter noch in dem zukünftigen“. Diese Stelle hat in der Welt unaussprechliches Elend verursacht. Denn alle möglichen Leute haben geglaubt, dass sie gegen den Heiligen Geist geredet hätten und deshalb in Ewigkeit keine Vergebung erlangen würden. Aus Verzweiflung haben sich dann auch viele in den Tod gestürzt. Ich finde wahrhaftig nicht, dass ein Mensch, dessen Natur ein rechtes Maß an Güte enthält, soviel Angst und Schrecken in die Welt gesetzt hätte.

    Dann sagt Jesus immer wieder, dass am Ende die Übeltäter hinausgeworfen werden „in die äußerste Finsternis; da wird sein das Weinen und das Zähneknirschen“. Man hat den Eindruck, dass Jesus die Vorstellung des Heulens und Zähneknirschens ein gewisses Vergnügen bereitete, wenn man bedenkt, wie häufig er davon spricht. Und dann auch immer wieder: „Weicht von mir, ihr Übeltäter, in das ewige Feuer“... „ Und sie werden in das ewige Feuer gehen.“ Solche Drohungen kommen in einem Vers nach dem anderen vor. Diese Lehre vom Höllenfeuer als Strafe für die Sünde hat Grausamkeit in die Welt gebracht und unbarmherzige Foltern. Und könnte man annehmen, dass Jesus dies alles wirklich gesagt haben soll, so müsste man ihn zum Teil dafür verantwortlich machen.

    Jesus kam und nötigte arbeitende Familienväter mit ihm durch die Lande zu wandern. Dabei ließ er ihnen nicht einmal die Zeit, ihre Verwandten zu begraben. Objektiv gesehen brachte Jesus den Menschen keine „frohe Botschaft“, sondern verbreitete Angst und Schrecken. Seine Worte waren durchaus nicht voller Gnade, sondern häufig von einer ungewöhnlichen Gereiztheit und Aggressivität. So verflucht er Chorazin und Kapernaum, weil sie nicht an ihn glauben konnten, er verflucht die Pharisäer und Schriftgelehrten, weil sie ihn ablehnten und verflucht sogar einen Feigenbaum, nur weil er ihm zur Frühlingszeit keine Frucht bieten konnte. Ebenso wurden auch harmlose Schweine, die Haustiere der Gadarener, auf Jesu Geheiß in den Abgrund getrieben. Die Wechsler und Taubenverkäufer wurden von Jesus aus dem Tempel vertrieben, obwohl diese im Gegensatz zu ihm wenigstens bemüht waren, selber ihren Lebensunterhalt zu verdienen und nicht auf Kosten anderer zu leben. Ist es bei allem ein Wunder, wenn die Menschen damals sagten: Wir wollen nicht so einen verbiesterten und größenwahnsinnigen Störenfried!

    Natürlich war es nicht recht, ihn deshalb zu töten, aber zumindest wird für mich heute begreiflicher, warum die Juden in seine Hinrichtung einwilligten. Kaiphas stellte zu Recht fest, dass um der Unruhe, die um Jesu willen entstanden war, es nötig war, den Römern einen Schuldigen zu präsentieren, damit die Römer nicht das ganze Volk töten mögen. Doch nicht nur das: Er hatte sich durch seine provozierenden Lehren von Reinheit und Gerechtigkeit in Zugzwang gebracht. Das Volk erwartete einen Befreier vom Joch der Römer, den Messias. Jesus wäre nur einer von vielen anderen Bußpredigern und Wunderheilem seiner Zeit geblieben, der vergessen im Dunkel der Geschichte versunken wäre, wenn er sich nicht für den Märtyrertod entschieden hätte. Man sieht nur die im Lichte stehen, die durch einen tragischen Tod unvergesslich wurden. Nach seinem Tod wollten sich die Jünger nicht einfach damit abfinden, dass all ihre Hoffnung vergeblich war. Und so entstand das Gerücht, dass er wieder auferstanden sei, aber merkwürdigerweise nur seinen Jüngern erschienen ist. Den anderen Menschen war es lediglich vergönnt, ihn wie in einem Versteckspiel zu suchen, damit sie dafür eine Belohnung bekommen. Die Angst, dass an dem Gerücht von seiner Auferstehung vielleicht doch etwas dran sei und man sich für ewig die Möglichkeit verspielen würde, einmal dabei zu sein im Neuen Jerusalem, war für viele Menschen schon genug Grund, auf Nummer sicher zu gehen und sich vorsichtshalber lieber für den Glauben zu entscheiden.

     

    Der biblische Gott - ein Schreckgespenst in meinem Gewissen

    Du hast in Deinen Briefen und Predigten immer wieder von der Neuen Schöpfung gesprochen, die durch das Wirken des Heiligen Geistes ermöglicht wird. Im Anfang meines Glaubenslebens habe ich die gewaltigen Veränderungen in meinem Leben, die durch die Freude und Begeisterung über meine neue Sichtweise zustande kam, als diese Neue Schöpfung interpretiert und mich darüber gefreut, dass meine Bekehrung auf jeden Fall „echt“ war. Doch schon bald kamen die Versuchungen, und je mehr ich auch versuchte, über Wochen und Monate meine als Sünde verurteilte Fleischeslust zu unterdrücken, kam sie doch immer wieder zum Vorschein. Die Verheißung von einer endgültigen Befreiung von der Macht der Sünde klang eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Dennoch hatte ich - wie für viele andere - auch für diese Schwierigkeit eine Erklärung: Es konnte natürlich nicht an der Schrift liegen, sondern nur an mir selbst: Ich müsse halt noch häufiger beten, noch mehr die Schriften erforschen und viel beständiger in der Verbindung mit Gott leben. Damit war das Thema immer wieder schnell erledigt und der Fall abgeschlossen, denn der Schuldige war gefunden. Mein Denken durfte nie den biblischen Rahmen verlassen, weil dies Frevel wäre. Dadurch diente ich im Grunde genommen nicht Gott, sondern einem toten Buch, das mir nur dadurch lebendig erschien, weil ich ihm selbst Leben gab. So tot wie die Bibel war auch mein Gottesbild. Und ich war nichts anderes als ein Leichenkosmetiker: ich machte mir selbst und anderen stets vor, als würde ich einem lebendigen Gott dienen. Um meine kindliche Angst und meine Schuldgefühle zu verbergen, ließ ich mir einen langen Bart wachsen, der mein wahres Gesicht verbergen und mir den Anschein von patriarchalischer Würde und Frömmigkeit verleihen sollte.

    Es blieb jedoch stets diese fundamentale Unsicherheit in mir, ob ich nicht etwa schon wieder irgend eine göttliche Norm verletzt und dadurch den Herrn mal wieder enttäuscht hätte, und ob nicht innerhalb kurzer Zeit eine nicht berechenbare Strafe erfolgen würde, ob ich nicht seine Gunst verloren oder mir beim Herrn gar starken Zorn auf mich geladen hätte. Gott raubte mir so gründlich die Gewissheit, mich jemals in Ordnung fühlen zu dürfen, mich mit mir aussöhnen, mich o. k. finden zu können. Mir graut es, wenn ich an die unzähligen Stunden im „Morgen-Grauen“ denke, als ich nur noch flehen konnte: „Herr, verwirf mich nicht von deinem Angesicht“. Das Morgengrauen ist die Zeit der Hinrichtungen, des Selbsthasses und der Gottesheimsuchung. Es ist, als ob die Zuversicht, in Ordnung zu sein, über die ganze Nacht hin nicht ausreicht; plötzlich wird der Körper unruhig, und die Zuversicht macht sich als Verdammnis breit. „Herr, warum verbirgst du dein Angesicht vor mir?“, lautete die angstvolle Frage, und ich klammerte mich hier und dort an tröstende Bibelverse, dass die Suche nach Gott ein Teil des Gottesdienstes sei, dass es um des Glaubens willen auch viele Prüfungen zu durchleiden gebe. Gott ist durch diese inneren Opfer immer kostbarer geworden in mir. Ich saß wie in einer Falle: alle mir wichtigen Menschen zeigten keinerlei Zweifel, dass es Gott gebe und er ansprechbar, verständnisvoll, gütig, gerecht, ja sogar „lieb“ und „barmherzig“ sei, wenn auch mit dem Hintergrund düsterer Strafen, deren schlimmste natürlich der Liebesentzug sei, und es galt gleichzeitig als ausgemacht, dass bei dem, der Gott nicht erreichte, etwas Schlimmes vorliegen müsse. Das brachte mich in die Lage einer keuchenden und angstgejagten Ratte, die ihre Tretmühle in wachsender Panik immer schneller tritt. Ich wäre dem Labyrinth schneller entkommen, wenn es Gläubige gegeben hätte, die ehrlich genug gewesen wären, meine Fragen und Zweifel verständnisvoll zu erwidern. Statt dessen war ich nur von Brüdern umgeben, denen der Glaube selbst notwendiges Balsam oder Opium war, und die den Gedanken nicht ertragen hätten, dass ihr Glaube vielleicht nur eine verträumte Illusion sei. Sie haben mich alle immer wieder an den autoritären und lobbegierigen Gott der Bibel verwiesen und verraten. Keiner war auch nur annähernd stark und mutig genug, ein Leben ohne Glauben für möglich zu halten.

    Dadurch dass ich Gott nie in die Augen sehen konnte, habe ich nicht gemerkt, dass er tot ist. Ich habe einen Toten verehrt, der immer mächtiger wurde in mir. Um so größer überkam mir die Beschämung, als ich endlich widerwillig merkte, dass Gott seit langem kein Lebenszeichen mehr von sich gab. Zwölf Jahre lang habe ich gelebt mit einem riesigen Toten in meiner inneren Wohnung, neben dessen Bild ich die Menschen als schäbige Zwerge ansah, die mir nicht helfen konnten. Ja, noch schlimmer: sie erschienen mir zuweilen wie Boten des Teufels, durch die Gott meine Treue zu ihm auf die Probe stellen wollte. Ich erinnere mich, wie ich 17 Jahre alt war als junger Christ und sich in der Schule zwei Mädchen zu mir setzten, die mich kennenlernen wollten. Während sie noch untereinander kicherten, überlegte ich mir, wie ich ihnen klarmachen konnte, dass ich gerade im Begriff war, in der Bibel zu lesen. Ich schaute in ihre leuchtenden Augen und musste sofort wegsehen, um nicht in Verlegenheit zu geraten. In diesem Moment überkam mich der Schrecken Gottes und ich erklärte den Mädchen kurz und abrupt, dass ich mich nicht mit ihnen unterhalten, sondern lieber in der Bibel lesen wolle. Daraufhin holte ich sie hervor, schlug sie auf und vertiefte mich in den Text, ohne sie ferner zu beachten. Die Macht Gottes ließ kein noch so freundliches Lachen eines Menschen an mich herankommen. Solch ein Lachen war unbedeutend und fast schon leichtfertig angesichts Seiner unerschütterlich stummen Verbote in mir. Ich habe das Leuchten in ihren Augen zum Erlöschen gebracht, weil es nicht aus Gottes Augen leuchtete. Ich hielt die ehrliche Zuneigung von Menschen für Blendwerk, weil ich Gottes Zustimmung nicht finden konnte. Die Menschen um mich herum waren von vornherein entwertet angesichts seiner abenteuerlich aufgeblähten Gestalt in mir. Und weil Gott ein ewiger Nörgler an mir war, wurde ich zum Nörgler an anderen.

    Gottes Angebot ist ausgerichtet auf die tiefsten, im Leben unerfüllt gebliebenen Sehnsüchte der Menschen. „Herr! Du hast mich erforscht und erkannt. Du kennst mein Sitzen und mein Aufstehen, du erkennst meine Gedanken von ferne. Du sichtest mein Wandeln und mein Liegen und bist vertraut mit allen meinen Wegen. Denn das Wort ist noch nicht auf meiner Zunge , siehe, Herr, du weißt es ganz ...Wohin sollte ich gehen vor deinem Geiste, und wohin fliehen vor deinem Angesicht? Führe ich auf zum Himmel, du bist da; und bettete ich mir in dem Scheol, siehe, du bist da.“ (Ps. 139, 1-8). Sind Menschen je warmherziger zur Selbstaufgabe ermuntert worden, sind kindliche Geborgenheitsbedürfnisse, Liebes und Orientierungssehnsucht je inniger formuliert worden, um sie auf einen riesigen Toten zu lenken. Aber wie viel Drohung und Unentrinnbarkeit liegen zugleich unter der Oberfläche dieser Lobpreisung? Und wie wirken solche Verse auf eine verwirrte und verzweifelte Seele, die vorübergehend die Orientierung verloren hat und eigentlich Menschen suchen müsste, die ihr weiterhelfen könnten? Dieses Gefühl des Ausgeliefertseins an einen allgegenwärtigen Gott bewirkte eine lähmende Einschüchterung und Ohnmacht in mir und machte mich zu einem korrupten Schmeichler, der sich Gott immer wieder durch Lob und Dank anzubiedern suchte, um seine Gunst zu erlangen. Dieses permanente, übertriebene Danken führte mich in eine geradezu ekstatische Sucht, in ein gedankenloses Herunterplappern von frommen Worthülsen. Die kindliche Urangst vor einer unberechenbaren Willkür des Schicksals wurde schon früh in meiner Kindheit überspielt von der fiktiven Geborgenheit dieses allmächtigen Übervaters. Das beruhigende Gesicht meiner Mutter wenn sie früher vor dem Einschlafen mit uns betete, wurde ersetzt durch die Fratze eines unerbittlichen Schuldeneintreibers, der mich mit meiner Angst vor der Verlorenheit immer wieder neu erpresste zur Annahme einer sklavischen Angewiesenheit auf seine Gnade, die von ihm immer wieder neu erbettelt werden muss und die er wie ein Wucherer nur provisorisch vergibt, mit dauerndem Widerrufsrecht.

    Der Humus, auf dem solch ein Gott in einem Menschen wachsen kann, ist kindliches Unglück. Er ist der Konkursverwalter der Liebe, des Unglücks und der misslingenden Menschlichkeit. Dabei ist dieser Gott ein durchaus notwendiger Lückenbüßer: Er gedeiht in den Hohlräumen menschlicher Ohnmacht und Unwissenheit. Er blüht aus der Lebensangst meiner Vorfahren, aus allem Unverstandenen, das sie erlebten; vor allem aber: aus ihrer Ungeborgenheit und ihren seelischen Entbehrungen. Gott war für viele meiner Glaubensgeschwister für ganze Bereiche ihres seelischen Lebens der einzige Gesprächspartner. Seine erdrückende Wirklichkeit entstammt ihrer Isolierung, ihren Kontaktstörungen, ihrer Sprachlosigkeit anderen Menschen gegenüber. Sie beteten zu ihm und erzählten ihm abends ihren Tag, weil ihnen sonst niemand zugehört hätte. In ihrer Verzweiflung haben sie Gottes Antwortlosigkeit als unendliche Geduld und Wohlwollen gedeutet Sie hätten ihr Elend auch ihrem Wellensittich zuflüstern können.

    Lieber Paulus, es mag für Dich bitter sein, dass ich Deinen Weg nicht mehr mitgehen kann aus den vorgenannten Gründen. Ihr Christen seid für mich heute die „Elendsten von allen Menschen“, wie Du es selber einmal genannt hast. Ich habe ein tiefes Mitleid mit Euch und wünsche Euch von ganzem Herzen, dass Ihr erkennen möget, dass das Evangelium ein ganz großer Betrug ist, der Euren Verstand verblendet hat in einer Märchenwelt von wahnhaften Illusionen und kindlichen Wunschgebilden. Werde doch endlich nüchtern und durchschaue diesen abergläubischen Zirkus, dann werde ich Dich wieder voll Freude in meine Arme nehmen können. Der wahre Feind Gottes und der Menschen, die Wurzel alles Bösen, ist die Dummheit (d. h. Unwissenheit, Ignoranz, Intoleranz). Bedauerlicherweise hast Du ausgerechnet die Einfalt und Dummheit zur Tugend erklärt und dadurch bewirkt, dass viele Deiner Zuhörer auch noch Stolz darauf sind, dass sie zu den Dummen zählen, um dadurch von Gott bevorzugt zu sein. Meine Hoffnung ist jedoch, dass Gott den verdunkelnden Schleier hinwegnehmen wird, der sich auf Deine Anhänger gelegt hat und noch viele wieder das Licht der Wirklichkeit erblicken werden.

    Bis dahin, Dein Freund
    Demas

     © aus Bibelwelt.de

    12.1.08 19:25, kommentieren

    "Hey, deinen Gott gibts nicht", ist deine Rede, Demasfreund.

    "Hey, deinen Gott gibts nicht", ist deine Rede, Demasfreund.

    Du befindest dich in Sprache. Den versprachlichten Gott gibt es

    in sofern nicht, da der Inhalt der Sprache ER sein muß.

    Du benutzt Sprache um uns zu überzeugen, das es keinen Gott gibt.

    So verstehe ich es in deinem TUN. Obwohl

    ich auch bemerke, das du gerne hättest,

    das es Gott gibt.

    Nur in Sprache lässt ER sich nicht

    Beweisbar finden.

    ER lässt sich finden in sich selbst.

    Man könnte auch sagen.

    "Du musst zu dem werden, was ER ist"!

    Aber wer versteht das schon.

    Jesus Christus ist das Vorbild, wie

    wir in den Berichten der Bibel manchmal erkennen können.

    ER war was ER sagte. ER war keine `Lehre`, die es unabhängig

    von ihm zu befolgen gilt.

    ER ist Wahrheit und sprach Wahrheit, was ja auch nicht anders ging.

    Man spricht immer das, was man ist.

    Und sogar bei Hochstablern bemerkt man schnell:

    leere Worte, oder Lehrhafte Worte.

    :-)

    ------

    12.1.08 19:25, kommentieren

    Ich Bin Da!

    Ich Bin Da! Wir können reden was wir wollen, dies ist mit nichts zu ersetzen. Unsere Erfahrungen mit IHM oder mit Christen geben dies nicht wieder. ER allein, Sein; Ich Bin Da!, ist das einzige, was Antwort ist. Hast du dies nicht, trotz aller Erlebnisse die du früher mit IHM so einstuftest, als wären sie von IHM, selbst, wenn die früheren Erlebnisse von IHM waren, sie ersetzen dies nie! In unserem Umfeld kann sich vieles verändern. Aber es wird uns nicht verändern in der Tiefe unseres Sein! Selbst die Begabung, unser `charismatisch´-Sein gibt dies nicht wieder, unsere Erfahrungen mit Menschen, die positiv oder negativ auf uns zu sprechen waren. Die zeit verändert sich? Nein! Die Äußerlichkeiten verändern sich, der Harrschnitt, unser Kleiderverhalten, vielleicht unser Sprachschatz. Aber wir selbst, wir bleiben der kleine Junge, das kleine Mädschen, /der das verlorene oder sehnsüchtige in sich, zu verwirklichen nicht geschafft hat. Mehr Erkenntnis? Nein! Alles bleibt gleich. mehr Worte vielleicht, die die Dinge dieser welt anders (scheinbar) gehaltvoller bennen können. Mehr nicht. Wahrheit? Freiheit? Wer sind wir, das wir etwas darüber wüssten. Unsere eigene Freiheit, so wie wir sie uns vorstellen, das sie sein müsste. Ja! Wir sind Frei? Nein! Sind wir nicht. Zu was denn? Oder im Verhälltnis zu anderen, "dritte Welt". Hungern vielleicht? Bezw. Nichthungern? Das unterscheidet uns nicht wirklich. Denn, in uns allen ist der Tod, die Endlichkeit, die Angst. Mit oder ohne Hunger. Mit oder ohne Schmerzen. Du hast Nivea? Welches? Das Nivea eines Menschen? Auf welcher Grundlage hast du Niveau? Die Entscheidung für ein höheres Niveau bedeutet erhebliche eigene Aktivität. Dein Niveau also gegründet auf dich, was du weißt, Erfahren hast ect. Und was soll das für andere bringen? Überlege dir mal ernsthaft die Frage: Willst du das andere menschen, -weil du dich ja hier publizierst,- das selbe ´Glück´ haben, wie du? Du willst keine sinnlose Polemik? Polemik steht laut Duden für: literarische oder wissenschaftliche Auseinandersetzung oder wissenschaftlicher Meinungsstreit. Was ,meinst du mit Sinnlos. Für andere ist sie Sinnvoll. Gibts du den Marktwert der Polemik an? Inhaltlich, wenn du vom Christentum sprichst, stimmen deine Erfahrungen sicher. Aber du hast das Problem, genau wie die Christen, ein übersteigertes Sendungsbewusstsein zu fröhnen. Was unterscheidet dich also von ihnen? Alles was du sagst und weißt über den Christengott, der wie ein "Plüschgott" ist, was soll das bringen? Willst du das jetzt die nächsten 12 Jahre verkündigen? Und warum willst du Altäre umstoßen? Nur um zu beweisen, das die Christen unrecht haben? Und dann? Und dann? Du schriebst. Ich habe nicht den Eindruck, dass Gott regiert. Wirklich? Und übrigens. Deine Schriftzitate (Todschlagargumente, um die Christen zu reizen und Mundtod zu machen), legst du dir auch aus, wie du es willst. Beispiel: du schriebst:"Abgesehen davon wird schon aus dem Kontext deutlich, dass Johannes hier die Gläubigen meint, wenn er z.B. heißt es im nächsten Vers: "...Jeder, der die Gerechtigkeit nicht tut, ist nicht aus Gott, und der seinen Bruder nicht liebt". Hier wird also deutlich, dass durchaus die Möglichkeit besteht, dass ein Gläubiger "seinen BRUDER" nicht liebt. Von dem Bruder des "wiedergeborenen Geistes" ist hier nicht die Rede." Das ist wie die, die aus anderen religiösen Motive das komma , in Lk 23,43, Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.´ setzen wollen. Den Doppelpunkt weg, und dafür das Komma hinter ´heute´. Das alles weiß man nicht, weil man Bibel lesen kann, sei es in Griechisch oder Latein oder oder. Aber ähnlich machst du es! Überprüfe es mal. Bald wirst du die Diskussion mehr lieben, als deine eigene Wahrheit. Und dann wirst du von deinem Innersten nicht mehr da sein. Und dann wird für dich auch kein ICH BIN DA, da sein. Soweit willst du gehen? Und dann noch das Thema Heilige. Die triffst du auch nicht. ich hatte dieselbe Argumentation, keinen Heiligen getroffen zu haben. Heute weiß ich; Man trifft nur das, was man selber ist! Werde das, was du treffen willst. lieben Gruß. d@gobertr

    13.1.08 22:51, kommentieren